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Rezension | Das Mädchen, das in der Metro las von Christine Féret-Fleury

Das Mädchen, das in der Metro las: Roman - Sylvia Spatz, Christine Féret-Fleury

Meine Meinung

 

Der Klappentext des Romans “Das Mädchen, das in der Metro las” der französischen Schriftstellerin Christine Féret-Fleury klingt aller Wahrscheinlichkeit nach im Ohr eines jeden Buchliebhabers sehr wohltönend und verführerisch. Denn gibt es etwas besseres als ein Buch über die Lese-Leidenschaft (eines anderen Menschen) und die Macht der Bücher und wie sie dadurch Leben verändern können?

 

Doch meine Freude auf die Geschichte über die junge Frau Juliette wurde von Seite zu Seite immer mehr getrübt. Ich nahm an, dass Juliette die meiste Zeit lesend verbringt, doch weit gefehlt! Juliette hat zwar auf der täglichen Metrofahrt zu ihrer Arbeit als Immobilienmaklerin ein Buch dabei, doch sie beobachtet viel lieber andere Menschen beim Lesen ihrer Lektüren als ihre Nase selbst in ein Buch zu stecken. Da gibt es die Dame mit dem immer gleichen italienischen Kochbuch, der Herr mit Hut und seiner Insekten-Lektüre oder die junge Frau die immer auf Seite 247 in Tränen ausbricht. Zudem irritierte mich die regelrechte Hortung von Büchern in Juliettes kleiner Wohnung – denn sie gibt einfach jedem Buch, ob sie es einmal lesen wird oder nicht, ein Zuhause. Da spielt es auch überhaupt keine Rolle, ob sie der Inhalt des Buchs eigentlich gar nicht interessiert. Es macht eher den Anschein, als wolle Juliette allen verlorenen Büchern ein Heim bieten um ihrem Leben wenigstens etwas Farbe zu verleihen.

 

Der für sie immer enger werdenden Lebensraum entzieht Juliette jedoch die Luft zum atmen. Auch der Leser wird etwas durch die Trostlosigkeit von Juliettes tristen Leben angesteckt.

 

Ende am Licht des Tunnels zieht erst auf als Juliette eines Tages beschließt zwei Stationen früher aus der Metro auszusteigen und den restlichen Weg zur Arbeit zu Fuß zu gehen. Das Schicksal führt sie an diesem Tag direkt zu dem kuriosen Buchvermittler Soliman und seiner Tochter Zaïde.

 

Die lang ersehnte Kehrtwende ist somit eingetreten und das wirklich Interessante an dem dünnen Büchlein beginnt sich sacht zu entfalten. Auch ein Hauch französischer Charme schwingt nun zwischen den Zeilen mit. Es wird romantisch verträumt – allerdings nicht in dem Sinne der Verliebtheit in einen anderen Menschen, sondern im Sinne eines aufblühenden Lebenslaufs. Juliette beginnt endlich zu lesen und findet zu sich selbst. Leider ist auch hier nicht alles ganz rund für mich, aber der Ansatz hat mir richtig gut gefallen und es hat mir Freude bereitet mitzuerleben wie Juliette endlich aufblüht und sich in das Abenteuer ihres Lebens stürzt.

 

Ich bin wirklich ein bisschen traurig darüber, dass diese Geschichte und ich nicht ganz zueinander gefunden haben. Der Ansatz über die Buchkuriere, wie sie Menschen beobachten um ihnen ein Buch auf den Weg mitzugeben das ihr Leben verändern kann hat jede Menge Potential. Vielleicht hätte die Story auch nur etwas mehr Raum benötigt um sich mit mehr Details und Tiefe einen Weg in mein Leserherz zu bahnen. Aus den Charakteren hätte schließlich so viel werden können, doch vor allem die interessanten Nebendarsteller verkommen zu blassen Statisten. Schlussendlich bleibt bei mir nur der hübsche blaue Schal von Juliette und ein gelb gestrichener Bus in Erinnerung.

 

Fazit

 

Trotz romantisch-verträumten französischen Charme und einem gelungenen Ansatz lies diese Geschichte mein Herz nicht schneller schlagen.

Quelle: http://www.bellaswonderworld.de/rezensionen/rezension-das-maedchen-das-in-der-metro-las-von-christine-feret-fleury

Rezension | Sag den Wölfen, ich bin zu Hause von Carol Rifka Brunt

Sag den Wölfen, ich bin zu Hause: Roman - Carol Rifka Brunt, Frauke Brodd

Beschreibung

 

New York, 1987.

 

Die vierzehnjährige June Elbus ist ganz vernarrt in ihren Onkel Finn Weiss, der sich als gut gehandelter Maler etabliert hat, jedoch viel zu früh an einer Krankheit verstirbt die Junes Mutter kaum zu benennen vermag. Finn hinterlässt in Junes Leben ein großes Loch der Traurigkeit und sie hat das Gefühl mit ihrem Schmerz vollkommen alleine zu sein. Als June eine Nachricht des jungen Mannes Toby erhält, der behauptet Finn genau so sehr zu lieben, beschließt sie gegen den Willen und hinter dem Rücken ihrer Mutter eine Freundschaft zu Toby aufzubauen.

 

Meine Meinung

 

Schon alleine bei der Auswahl des Buchtitels „Sag den Wölfen, ich bin zu Hause“ hat Carol Rifka Brunt ein gutes Händchen besessen, denn er ist wunderbar poetisch, lässt gefährliches erahnen und steckt voller Verheißung auf eine bewegende und mitreißende Lektüre.

 

Worte für dieses Debüt zu finden, die alle Emotionen und Gedanken einfängt und nur ansatzweise meine Begeisterung abbilden, scheint mir fast unmöglich. Dennoch möchte ich mein Bestes geben und mich daran versuchen die spezielle Atmosphäre von Carol Rifka Brunt’s Geschichte zu umschreiben.

 

Vor allem der Facettenreichtum ist atemberaubend! Das etwas eigenbrötlerische Mädchen June wächst mit ihrer älteren Schwester Greta in einem behüteten Elternhaus heran. Mutter und Vater sind in der Buchmacherbranche tätig, so dass die Schwestern einen großen Teil des Jahres auf sich alleine gestellt sind – schließlich ist Steuersaison und da gilt es von morgens bis abends so einiges an Papierkram zu erledigen. Die Schwestern haben vielleicht gerade deshalb eine starke Bindung zueinander, doch diese ist seit einiger Zeit beschädigt und June kann sich nicht erklären warum ihre Schwester so abweisend und kalt zu ihr ist.

 

"Manches von dem, was Greta sagte, war so scharf, dass ich tatsächlich spürte, wie ihre Worte mich aufschlitzen, hinein in meinen Bauch und mein Herz." (Sag den Wölfen, ich bin zu Hause, Seite 298)

 

Die wohl wichtigste Bezugsperson in Junes Leben war ihr verständnisvoller und kluger Onkel Finn, der immer ein offenes Ohr für sie hatte und eine besondere Zeit mit ihr verbrachte. Gemeinsam besuchten sie Orte die für sie eine Bedeutung hatten (z. B. The Cloisters) und tranken Tee aus einer bemalten Kanne. Doch Finns Leben wurde durch eine Krankheit ein Ende gesetzt, die in den 80er Jahren zur Stigmatisierung führte (und auch heute noch dazu führen kann). Die Rede ist von AIDS. Junes Mutter fiel der Umgang mit dieser Krankheit äußert schwer und für all das Übel machte sie Finns „besonderen“ Freund Toby verantwortlich und selbst an Finns Beerdigung schneidet sie ihn.

 

June tritt dem Thema AIDS im Gegensatz zu ihrer Mutter viel aufgeschlossener entgegen und als Toby den Kontakt zu ihr sucht, ringt sie sich zu einem Treffen mit dem ihr fremden Mann, dem Finn so nahe stand, durch und lernt ihn langsam besser kennen. Es entwickelt sich eine besondere Freundschaft die June sehr viel gibt, aber schlussendlich auch sehr viel Schmerz verspricht.

 

"Das Leben schien ein immer enger werdender Tunnel zu sein. Im Augenblick der Geburt war der Tunnel riesengroß und unendlich lang. […] Dann, in exakt einer Sekunde nach der Geburt, verengte sich der Tunnel bereits um die Hälfte." (Sag den Wölfen, ich bin zu Hause, Seite 316)

 

Ein weiterer Strang des Gesamtkunstwerkes ist das Gemälde von June und ihrer Schwester Greta, welches Finn vor seinem Tod fertig stellte und das den Titel „Sag den Wölfen, ich bin zu Hause“ trägt. Von diesem Bild geht eine spezielle Faszination aus, die die Charaktere von Toby, June, Greta und Finns Schwester (die Mutter von June und Greta) miteinander wie durch ein durchsichtiges Netz verbindet.

 

Dieser Debütroman wird aus zahlreichen Puzzleteilen zusammen gesetzt, wie die Probleme des Erwachsen Werdens, des sich Selbst Findens, die Schwierigkeiten und Schönheiten des Geschwister Habens und dann wird auch noch die heikle Sache mit der Homosexualität und AIDS in den 80er Jahren eingewoben. Carol Rifka Brunt hat mich allerdings nicht nur mit der Geschichte von ihrer schriftstellerischen Qualität überzeugen können, sondern vor allem mit ihrem Schreibstil, bei der jede Seite wie ein frisch bezogenes Bett zum reinlegen und reinkuscheln verführt.

 

Fazit

 

Carol Rifka Brunt ist eine Wortkünstlerin und ihr Debütroman ein absolutes Lesehighlight.

Quelle: http://www.bellaswonderworld.de/rezensionen/rezension-sag-den-woelfen-ich-bin-zu-hause-von-carol-rifka-brunt

Rezension | Die Geschichte des Wassers von Maja Lunde

Die Geschichte des Wassers: Roman - Maja Lunde, Ursel Allenstein

Beschreibung

 

Norwegen im Jahr 2017. Signe liebt die Natur und kann schwerlich mit ansehen, wie der Mensch das kostbarste Gut in ihrer Heimat zerstört. Schon als junge Frau engagiert sich Signe als Umweltaktivistin. Als sie davon hört, dass Gletschereis für Cocktails und Drinks abgetragen werden soll beschließt sie dagegen vorzugehen und ein Zeichen zu setzen. Dafür nimmt sie eine riskante Reise in Angriff die sie emotional auch in ihre Vergangenheit führt.

 

Das zukünftige Frankreich im Jahre 2041. Südeuropa wurde durch eine große Dürre in die Knie gezwungen. Klimaflüchtlinge befinden sich auf dem Weg in den Norden, denn nur dort gibt es noch das lebenswichtige Trinkwasser in größeren Mengen. David wurde auf der Flucht von seiner Frau und seinem jungen Sohn getrennt, nun sucht er mit seiner Tochter Lou in einem Flüchtlingslager Zuflucht. Die Lage ist äußerst angespannt, Lebensmittel und Wasser stark rationiert und die Hoffnung seine Familie zu vereinen schwindet täglich. Erst als David und Lou beim umherstreifen ein uraltes Segelboot entdecken glimmt ein neuer Überlebensfunke auf.

 

Meine Meinung

 

Maja Lundes Roman „Die Geschichte der Bienen“ konnte mich fesseln und zum Nachdenken anregen und deshalb war sofort klar, dass ich auch ihr neustes Werk „Die Geschichte des Wassers“ lesen muss. Die zwei Romane sind Teil des Klimaquartetts, man darf also gespannt sein welche wichtigen Themen Maja Lunde noch zu Papier bringen wird.

 

Jetzt erst einmal zu meinen Eindrücken zur Geschichte des Wassers. Eigentlich handelt es sich ja nicht nur um eine Geschichte, denn Maja Lunde verknüpft in ihrem Roman wieder vollkommen unterschiedliche Lebenserzählungen zu einem Thema, dieses Mal das Szenario Wasserknappheit, miteinander. Wir begleiten in der Gegenwart des 21. Jahrhunderts die gestandene Seniorin und Umweltschützerin Signe bei einer aufregenden Reise die sie nicht nur zum Gletschereis ihrer Heimat führt, sondern auch in ihre Vergangenheit.

 

Außerdem wagt Maja Lunde einen Sprung in die Zukunft. Trinkwasser ist vor allem in den trockenen Teilen des Südens äußerst knapp. Dürre, Brände und Wasserknappheit haben die Menschen aus den südlichen Teilen der Erde zu Klimaflüchtlingen gemacht, die sich auf dem Weg in die nördlichen Wasserlande gemacht haben, wo es noch genügend lebenswichtiges Trinkwasser gibt. Der Leser begleitet den jungen Vater David und seine Tochter Lou bei der Flucht, der Trennung ihrer Familie und den Erlebnissen in einem Flüchtlingslager. Durch Zufall stoßen sie auf ein Schiff das gleichzeitig die Verbindung zu Signes Geschichte darstellt.

 

Die Herangehensweise und der Erzählstil von Maja Lunde gefällt mir ausgesprochen gut. Doch dieses Mal bargen die beiden Lebensgeschichten keine tiefgründige und emotionale Erfahrung für mich. Im Vergleich zum ersten Roman des Klimaquartetts war keine vergleichbare aufrüttelnde Wirkung spürbar – und genau das hatte ich mir eigentlich von diesem Roman erhofft. Die Autorin hätte vielmehr Informationen zu den Hintergründen liefern müssen um eine unmissverständliche Botschaft anzubringen, die den Leser in seinem Sessel fesselt und auch nach der Lektüre nicht mehr so schnell los lässt. Ich hoffe sehr, dass der Autorin dies mit ihrem nächsten Titel aus der Reihe wieder gelingen wird.

 

Fazit

 

Trotz des wichtigen Themas und der interessanten Herangehensweise vermochte mich „Die Geschichte des Wassers“ nicht ganz so zu fesseln wie sein Vorgänger („Die Geschichte der Bienen“).

Quelle: http://www.bellaswonderworld.de/rezensionen/rezension-die-geschichte-des-wassers-von-maja-lunde

Rezension | Summerland von Johannis Ulbricht

Sumerland: Prinz Zazamael: Roman zum Game - Johannes Ulbricht

Meine Meinung

 

Die Beschreibung zu Johannes Ulbrichts Dilogie „Sumerland“ hat sofort meine Neugier angestachelt. Eine Welt in der Realität, Fiktion und Fantasy zu einem bunten Aquarell verschwimmen – besser geht es doch nicht! Dachte ich zumindest zu Beginn des Abenteuers. Nach einiger Zeit wurde mir allerdings bewusst, dass hier nichts ist wie es scheint. Zum einen sind Band 1 „Prinzessin Serisada“ und Band 2 „Prinz Zazamael“ so eng miteinander verwoben, dass man diese beiden Bücher am besten gleich in einem Buch vereinigt hätte (aus diesem Grund habe ich mich auch dazu entschieden die beiden Bücher zusammen zu rezensieren), und zum anderen hätte ich nie gedacht dass es mir einmal so schwer fallen würde ein Buch zu besprechen von dem ich mir so viel erwartet hatte.

 

Monatelang habe ich mich nun durch die Fantasiewelt des Sumerlands gequält und zuviel Zeit in Waylhaghiri geopfert und dabei hätte ich mich nur zu gerne in die beeindruckende Turmstadt und die wilde Landschaft mit ihren Bewohnerinnen und Bewohnern verliebt. Bis zuletzt habe ich der Geschichte eine Chance gegeben aber ich fand einfach keinen Zugang, das Tor zu dieser Welt blieb für mich verschlossen und ich kann nicht einmal genau bennenen warum das so ist.

 

Der Erzählstil verlangt einem durch seine vier Handlungsstränge und das schnelle hin- und herswitchen zwischen diesen sehr viel Konzentration ab. Normalerweise habe ich bei mehreren Erzählebenen keine Probleme, doch hier bin ich immer wieder daran hängen geblieben. In meinen Augen lag das vor allem an den Protagonisten zu denen ich einfach keine Beziehung aufbauen konnte. Eine Protagoninstin ohne Namen spricht den Leser direkt an und verbringt viel Zeit in einem Dialog mit einem Unbekannten. In einem weiteren Strang erzählt Susanne, die Cousine dieser Protagonistin von ihrem Leben und einem Spiel das sich mit der Realität vermischt hat. In den beiden anderen Handlungsebenen begleitet man die uralten und dennoch kindlichen Herrscher des Sumerlands (Prinzessin Serisada) und Waylhaghiri (Prinz Zazamael). Aus dieser umfangreichen Struktur hätte man sehr viel mehr machen können, doch für mich blieben die einzelnen Charaktere zu unscharf und es war überhaupt keine Entwicklung der Persönlichkeiten mitzuverfolgen.

 

Trotz meiner negativen Leseerfahrung möchte ich nun nicht alles schlecht reden, denn die Grundidee der Scheinrealität und der zwei unterschiedlichen Welten Waylhaghiris und Sumerland hat mir sehr gut gefallen. Eine Stadt die Turmartig aufgebaut ist und das Ziel eines Jeden der soziale und wirtschaftliche Aufstieg nach oben darstellt bietet viel Raum für gesellschaftliche Betrachtungen. Außerdem werden viele Fragen aufgeworfen, z. B. wie stehen Waylhaghiri und Sumerland zu Susannes erfundenem (Kinder)Spiel und welche Rolle nimmt die unbekannte Erzählerin dabei ein? Meine Hoffnung auf ein aufschlussreiches Ende der Geschichte liesen mich bis zum Ende durchhalten. Vielleicht habe ich den Inhalt nicht richtig gedeutet, aber für mich gab es einfach zu viele offene Vermutungen die mir an keiner Stelle der Geschichte klarer wurden oder zumindest einen Weg gewiesen hätten.

 

Schlussendlich bin ich einfach glücklich das Buch nach so einer langen Zeit zu Ende gelesen zu haben um meine freien Gedanken nun endlich neuen literarischen Erlebnissen widmen zu können.

 

Fazit

 

Eine gute Storyidee, Umsetzung und Schreibstil vermochten mich jedoch einfach nicht zu fesseln.

 

Quelle: http://www.bellaswonderworld.de/rezensionen/rezension-sumerland-band-1-prinzessin-serisada-band-2-prinz-zazamael-von-johannes-ulbricht

Rezension | Summerland von Johannis Ulbricht

Sumerland: Prinzessin Serisada: Roman zum Game - Johannes Ulbricht

Meine Meinung

 

Die Beschreibung zu Johannes Ulbrichts Dilogie „Sumerland“ hat sofort meine Neugier angestachelt. Eine Welt in der Realität, Fiktion und Fantasy zu einem bunten Aquarell verschwimmen – besser geht es doch nicht! Dachte ich zumindest zu Beginn des Abenteuers. Nach einiger Zeit wurde mir allerdings bewusst, dass hier nichts ist wie es scheint. Zum einen sind Band 1 „Prinzessin Serisada“ und Band 2 „Prinz Zazamael“ so eng miteinander verwoben, dass man diese beiden Bücher am besten gleich in einem Buch vereinigt hätte (aus diesem Grund habe ich mich auch dazu entschieden die beiden Bücher zusammen zu rezensieren), und zum anderen hätte ich nie gedacht dass es mir einmal so schwer fallen würde ein Buch zu besprechen von dem ich mir so viel erwartet hatte.

 

Monatelang habe ich mich nun durch die Fantasiewelt des Sumerlands gequält und zuviel Zeit in Waylhaghiri geopfert und dabei hätte ich mich nur zu gerne in die beeindruckende Turmstadt und die wilde Landschaft mit ihren Bewohnerinnen und Bewohnern verliebt. Bis zuletzt habe ich der Geschichte eine Chance gegeben aber ich fand einfach keinen Zugang, das Tor zu dieser Welt blieb für mich verschlossen und ich kann nicht einmal genau bennenen warum das so ist.

 

Der Erzählstil verlangt einem durch seine vier Handlungsstränge und das schnelle hin- und herswitchen zwischen diesen sehr viel Konzentration ab. Normalerweise habe ich bei mehreren Erzählebenen keine Probleme, doch hier bin ich immer wieder daran hängen geblieben. In meinen Augen lag das vor allem an den Protagonisten zu denen ich einfach keine Beziehung aufbauen konnte. Eine Protagoninstin ohne Namen spricht den Leser direkt an und verbringt viel Zeit in einem Dialog mit einem Unbekannten. In einem weiteren Strang erzählt Susanne, die Cousine dieser Protagonistin von ihrem Leben und einem Spiel das sich mit der Realität vermischt hat. In den beiden anderen Handlungsebenen begleitet man die uralten und dennoch kindlichen Herrscher des Sumerlands (Prinzessin Serisada) und Waylhaghiri (Prinz Zazamael). Aus dieser umfangreichen Struktur hätte man sehr viel mehr machen können, doch für mich blieben die einzelnen Charaktere zu unscharf und es war überhaupt keine Entwicklung der Persönlichkeiten mitzuverfolgen.

 

Trotz meiner negativen Leseerfahrung möchte ich nun nicht alles schlecht reden, denn die Grundidee der Scheinrealität und der zwei unterschiedlichen Welten Waylhaghiris und Sumerland hat mir sehr gut gefallen. Eine Stadt die Turmartig aufgebaut ist und das Ziel eines Jeden der soziale und wirtschaftliche Aufstieg nach oben darstellt bietet viel Raum für gesellschaftliche Betrachtungen. Außerdem werden viele Fragen aufgeworfen, z. B. wie stehen Waylhaghiri und Sumerland zu Susannes erfundenem (Kinder)Spiel und welche Rolle nimmt die unbekannte Erzählerin dabei ein? Meine Hoffnung auf ein aufschlussreiches Ende der Geschichte liesen mich bis zum Ende durchhalten. Vielleicht habe ich den Inhalt nicht richtig gedeutet, aber für mich gab es einfach zu viele offene Vermutungen die mir an keiner Stelle der Geschichte klarer wurden oder zumindest einen Weg gewiesen hätten.

 

Schlussendlich bin ich einfach glücklich das Buch nach so einer langen Zeit zu Ende gelesen zu haben um meine freien Gedanken nun endlich neuen literarischen Erlebnissen widmen zu können.

 

Fazit

 

Eine gute Storyidee, Umsetzung und Schreibstil vermochten mich jedoch einfach nicht zu fesseln.

 

Quelle: http://www.bellaswonderworld.de/rezensionen/rezension-sumerland-band-1-prinzessin-serisada-band-2-prinz-zazamael-von-johannes-ulbricht

Rezension | Lieber Feind von Jean Webster

Lieber Feind - Jean Webster, Ingo Herzke

Beschreibung

 

Sallie McBride wird von ihrer besten Freundin und Collegekollegin Judy Abbott gebeten die Leitung des John-Grier-Waisenhauses zu übernehmen. Nach den ersten Zweifeln nimmt Sallie die Herausforderung an. Vor allem um sich ihrem galanten Verlobten zu beweisen. Die Verantwortung für über 100 Waisenkinder zu übernehmen und ein Heim dem es an Verbesserungen mangelt in neuem Licht erstrahlen zu lassen sind jedoch keine leichte Verpflichtungen. Mit viel Energie und Tatendrang geht Sallie ihre Aufgabe an und macht sich dabei den betreuenden Kinderarzt Dr. Robin MacRae zu ihrem liebsten Feind.

 

Meine Meinung

 

Nachdem der Königskinder Verlag (Imprint des Carlsen Verlags) bereits Jean Websters klassischen Briefroman „Lieber Daddy-Long-Legs“ in neuem Glanz erstrahlen ließ, gibt es nun auch den Folgeband „Lieber Feind“ im letzten Programm des Verlages zu bewundern. Das Cover besticht durch ein hübsches florales Erscheinungsbild und die abgebildeten Silhouette einer lesenden Dame. Durch die rosa Farbgebung hebt sich das Buch optisch von seinem Vorgängerband ab. Im Buchinneren gibt es wieder einige Illustrationen von Franz Renger zur Ergänzung und Auflockerung der einzelnen Briefe.Jean Webster ist sich ihrem Stil treu geblieben und hat auch „Lieber Feind“ in Briefform aufgebaut. Dieses Mal bekommt der Leser Briefe von Sallie McBride zu Gesicht die sich vorrangig an ihre Freundin Judy Abbott richten oder auch mal an ihren liebsten Feind, den Kinderarzt des Waisenheims und ihren Verlobten in Spe. Genau wie im Vorgängerband werden die Antworten auf die Briefe (Sallies) ausgelassen, allerdings hat sich doch etwas geändert – während Judy einfach keine Beantwortung erhielt, nimmt Sallie oftmals Bezug auf die erhaltenen Briefe. Hier kann man jedoch einfach die eigene Fantasie spielen lassen, so dass die Geschichte daran keinen Abbruch nimmt.

 

"Ich könnte tausend Mädchen mit goldenen Locken und Grübchen vermitteln, aber ein guter, lebhafter Junge zwischen neun und dreizehn ist ein echter Ladenhüter." (Lieber Feind, Seite 67)

 

Im Vordergrund der Briefe steht Sallies Weg zur Heimleiterin, welche Aufgaben sie als solche wahr nimmt und die diversen Probleme die ihre neue Arbeit im Waisenheim mit sich bringen. Besonders gut hat mir der lockere Stil in den Briefen gefallen der erfrischend und humorvoll zugleich gehalten ist. Die Lust am weiterlesen steigerte sich von Seite zu Seite, da man einfach wissen möchte wie sich das Schicksal der Waisenkinder entwickelt. Hierbei wird nicht die Gesamtheit der über 100 Waisenkinder betrachtet, sondern das Licht fällt auf ein paar einzelne Mädchen und Jungen.

 

"Diese Arbeit mit Kindern hat etwas Hypnotisches. Man kann sich wehren, sosehr man will, am Ende kriegen sie einen." (Lieber Feind, Seite 243)

 

Sallie McBride wollte sich nur unter Beweis stellen und hatte niemals vor die Arbeit als Heimleiterin lange auszuüben. Mit der Zeit wachsen ihr die Waisen und ihre eigene Rolle in deren Leben so sehr ans Herz, dass sie sich eine andere Zukunft ohne die Kinder und das John-Grier-Heim gar nicht mehr vorstellen kann.

 

Mit „Lieber Feind“ hat Jean Webster einen Klassiker erschaffen, der einen Einblick in die Gesellschaft zu Beginn des 20. Jahrhunderts bietet und ein authentisches Zeitzeugnis über die Versorgung von Waisenkindern zu dieser Zeit ablegt. Im Nachwort wird nochmals auf den damaligen Umgang und die medizinische Meinung zur genetischen Vererbung (Eugenik) eingegangen. Aus heutiger Sicht kann die damalige Abwertung von Menschen mit geistigen oder körperlichen Behinderungen nur kritisch gesehen werden. So kann die über 100 Jahre alte Lektüre auch heute noch lehrreich und wichtig für das geschichtliche Verständnis sein.

 

Information zur Reihe

 

1. 2017 Lieber Daddy-Long-Legs | 1912 Daddy-Long-Legs

2. 2018 Lieber Feind | 1945 Dear Enemy

 

Fazit

 

Ein herzlicher und sehr charmanter Briefroman der für herrliche Lesestunden sorgt.

Quelle: http://www.bellaswonderworld.de/rezensionen/rezension-lieber-feind-von-jean-webster

Rezension | Mit Hanna nach Havanna von Theresia Graw

Mit Hanna nach Havanna: Roman - Theresia Graw

Beschreibung

 

Die Mittdreißigerin Katrin ist Stolz auf ihre Karriere als Journalistin und ihre TV-Sendung. Nachdem sie von ihrem Chef degradiert wurde erhält sie durch den Leserbrief einer älteren Dame die große Chance noch einmal durchzustarten und doch noch ihr großes Ziel, die Krönung ihrer Arbeit durch den Journalistenpreis, zu erreichen.

 

Kurzerhand nimmt Katrin das Angebot der Seniorin Hanna, gemeinsam mit ihr nach Kuba zu reisen um ihre Jugendliebe Julius ausfindig zu machen, an. Bei diesem ungewöhnlichen Roadtrip verfolgt Katrin allerdings vor allem ihr eigenes Ziel, mit Julius das Interview ihres Lebens zu führen und damit den Journalistenpreis einzuheimsen.

 

Meine Meinung

 

Theresia Graws neuster Roman „Mit Hanna nach Havanna“ verbreitet schon durch sein Cover mit pinken Flamingos, Palmenzweigen und Blüten ein sommerliches Gefühl. Da kann schon gleich etwas Fernweh aufkommen, vor allem wenn die literarische Reise dann auch noch in das traumhaft schöne Kuba geht!

 

Die Geschichte über die etwas spießig geratene Journalistin Katrin und ihre verrückte Roadtour mit der älteren adligen Dame Hanna ist lockerleichter Lesestoff der sich hervorragend zum entspannen und genießen eignet. Die beiden Hauptprotagonistinnen sind vollkommen unterschiedlich, während die Jüngere alles am liebsten geordnet und planmäßig hat, liebt die Ältere spontane Aktionen und nimmt das Leben mit seinen Pannen (die auch schöne Seiten haben) wie es kommt. Diese Konstellation führt zu einer erfrischenden Dynamik und verleiht so mancher Situation einen humorvollen Touch.

 

Am meisten verliebt habe ich mich in die wundervolle Atmosphäre Kubas, die von Theresia Graw sehr gut eingefangen wurden. Auch wenn es für den ein oder anderen zu kitschig und Klischeebehaftet sein sollte kann ich nur versichern, dass auch ich Kuba mit seinen Salsarhythmen, Mojitos und Cuba Libres und den knallbunten Oldtimern so wahrgenommen habe. Das Setting wird durch die landschaftlichen Highlights, tolle Sonnenuntergänge und romantische Nächte bei Mond ergänzt. Durch die Zeilen schwappt eindeutig die Liebe der Autorin zu Kuba durch und meine Erinnerungen an die eigene Kubareise wurde mir noch einmal in Erinnerung gerufen.

 

Die romantisch-humorvolle Story hat mir vor allem Dank der robusten älteren Dame Hanna auch richtig gut gefallen. Hingegen zu Katrin werden ihr die Sympathien der Leser/-innen geradezu zufliegen. Am Ende ihrer Tage genießt sie das Leben in vollen Zügen und lässt sich von Pleiten, Pech und Pannen während ihrer Reise nicht unterbekommen. Ganz im Gegenteil: Hanna genießt die Sonne, Drinks und die sagenhaft schöne Landschaft mit jeder Pore. Das komplette Gegenteil bekommt man bei Katrin geboten, die wie versessen an ihrem eigenen egoistischen Ziel festhält und an jeder Ecke nur Schlechtes sieht. Der Roadtrip durch Kuba schweißt Hanna und Katrin immer mehr zusammen und gipfelt in einem etwas überladenen Ende.

 

Fazit

 

Erfrischende Unterhaltungsliteratur mit herrlichem Kubafeeling!

Quelle: http://www.bellaswonderworld.de/rezensionen/rezension-mit-hanna-nach-havanna-von-theresia-graw

Rezension | Die Gabe von Naomi Alderman

Die Gabe: Roman - Naomi Alderman, Sabine Thiele

Beschreibung

 

Ein Strang am Schlüsselbein ermöglicht es schon bald der weiblichen Bevölkerung überall auf der Welt elektrische Ladung durch ihre Hände abzugeben. Die Gabe macht sich zunächst in unterschiedlicher Ausprägung bei jungen Mädchen bemerkbar, später können diese die Fähigkeit auch an erwachsene Frauen weitergeben. Die Kraft- und Machtverhältnisse auf der Welt ändern sich dadurch in kürzester Zeit.

 

Meine Meinung

 

Der Roman „Die Gabe“ von Naomi Alderman erfreut sich großer Popularität und so wollte ich mir gerne selbst ein Bild machen.

 

Die Geschichte wird von einem Austausch zwischen einem Autor und einer Freundin umrahmt der klar stellt, dass es sich bei der eigentlichen Geschichte um ein Romanmanuskript handelt, dass im Genre „Historischer Roman“ anzusiedeln ist.

Mädchen und Frauen auf der ganzen Welt entdecken eine ganz besondere Fähigkeit an sich, die in kürzester Zeit das Machtverhältnis auf der Welt umkehrt. Auf einmal sind nicht mehr die Männer das starke Geschlecht sondern die Frauen. Diese Umkehrung der Ausgangssituation und die Tatsache, dass die weibliche Population der männlichen Population in körperlicher Kraft um Längen überlegen ist sorgt für einen kompletten Umbruch der Lebensverhältnisse.

 

Die Autorin beleuchtet den Plot gleich aus mehreren weiblichen Perspektiven von der Politikerin über ein misshandeltes Mädchen das zu einer neuen Religion führt bis hin zu einem Mädchen das unter Verbrechern groß geworden ist. Der männliche Blickwinkel wird durch einen jungen Reporter verkörpert der die Entwicklungen der „Gabe“ von Beginn an mitverfolgt. Durch diese umfassende Betrachtung gewinnt die Geschichte an Komplexität und es ergibt sich ein unterschwelliger Spannungsbogen. Leider konnte ich mich mit keinem der Hauptprotagonisten identifizieren, ja sie waren mir teilweise sogar richtig unsymphatisch.

 

Naomi Alderman hat sich hier mit einem wirklich interessanten Thema beschäftigt und ich habe mir selbst die Frage gestellt: Wie würde die Welt aussehen, wenn plötzlich das weibliche Geschlecht über das männliche Geschlecht gestellt würde? Und hier kommen wir schon zu meinem Problem mit dem Roman. Für mich artet die Geschichte einfach zu sehr aus. Der Hass und die Gewalttätigkeit der Frauen wird auf die Spitze getrieben und läuft immer mehr aus dem Ruder. Erschreckende Vergewaltigungsszenen, Krieg, Drogenhandel und religiöser Wahn lassen keinen Raum für Hoffnung und überlegtes Handeln. Ein solches Szenario konnte ich mir nur schlecht vorstellen und somit war gleich jegliche Authenzität des vermeidlich historischen Romans dahin.

 

Fazit

 

Die Idee hinter dem Roman hat mich unglaublich begeistert, aber die Umsetzung war nicht ganz mein Fall.

Quelle: http://www.bellaswonderworld.de/rezensionen/rezension-die-gabe-von-naomi-alderman

Rezension | Kenia Valley von Kat Gordon

Kenia Valley - Kat Gordon, Mayela Gerhardt

Beschreibung

In den 1920er Jahren beginnt für den fünfzehnjährigen Theo Miller ein ganz neues Leben. Die Arbeit seines Vaters bei der Eisenbahn führt Theo mit seinen Eltern und seiner jüngeren Schwester Maud von England nach Kenia. Die exotische Welt Afrikas voller neuer Gerüche, Menschen und Tieren wird schnell zu einem neuen Zuhause und Theo findet in Sylvie und Freddie zwei deutlich ältere Freunde. Theo verliebt sich über beide Ohren in die wunderschöne und unerreichbare Sylvie und gerät in die berauschende Welt des Happy Valley Set.

Nachdem Theo sein Studium in England abgeschlossen hat kehrt er als erwachsener Mann nach Kenia zurück. Nicht nur das Land hat sich seither durch die Kolonialisierung verändert, sondern auch seine Freunde.

Meine Meinung

Kat Gordons Roman „Kenia Valley“ hat mich durch das exotische Cover gleich angesprochen und meine Neugierde auf ein buntes afrikanisches Abenteuer befeuert. Der Titel war für mich besonders verheißungsvoll, denn vor einigen Jahren verbrachte ich meinen Urlaub dort und durfte eine wundervolle Safari im Tsavo Ost Nationalpark miterleben. Ich war also ganz schön auf den Romaninhalt gespannt und wurde wirklich nicht enttäuscht!

"Daressalam war exotisch gewesen, aber dieses neue Kenia war das Afrika, von dem ich geträumt hatte, das Afrika von Henry Rider Haggard, und ich konnte es kaum abwarten, dass die Zugfahrt ein Ende nahm und mein Leben in dieser unglaublichen Landschaft begann." (Kenia Valley, Seite 19)

Der detailverliebte Schreibstil von Kat Gordon hat die einzigartige Kulisse Afrikas in mein Wohnzimmer gebracht. Außerdem hat die Autorin die aufregenden 20er Jahre vor dem spannenden Hintergrund der Kolonialisierung lebendig werden lassen. Gemeinsam mit dem fünfzehnjährigen Hauptprotagonisten Theo taucht man in die Hitze Afrikas und das ausschweifende Leben der Mitglieder des Happy Valley Set ein.

Durch die unschuldigen Augen des heranwachsenden Theo Miller erhält man einen staunenden Blick auf die außergewöhnlichen Persönlichkeiten die durch die Kolonialisierung ihr Glück in Afrika suchen. Die schillernde Gesellschaft von Freddie und Sylvie zieht Theo von Anfang an vollkommen in den Bann. Nur zu gern möchte auch Theo Teil davon sein, auch wenn diese Freundschaft zu Beginn den Argusaugen seiner Mutter unterliegt. Das Verhältnis zwischen Theo und seiner Mutter ist allerdings nicht das beste, sein Vater ist mit seinem Job bei der Eisenbahn beschäftigt und so scheint seine Schwester Maud als einzige eine emotionale und familiäre Bindung zu ihm zu besitzen. Der Freundschaft zu Freddie, Sylvie und weiteren Mitgliedern der Happy Valley Gesellschaft sind somit die Tore geöffnet.

Ausladende Dinnerpartys, jede Menge Alkohol und Drogen sind in der damaligen Glamourwelt der Kolonialherrschaften Gang und Gäbe. Theo wächst in diesem schillernden Umfeld heran und verstrickt sich durch seine Liebe zu Sylvie immer tiefer im Netz der Oberflächlichkeiten. Nachdem der Geschichte im ersten Teil ein farbenfroh glänzender Grundstock gelegt wurde, befasst sich der zweite Teil des Buches mit den etwas tristeren 1930er Jahren. Theo hatte für sein Studium Kenia verlassen und findet nach seiner Rückkehr eine verändertes Land vor. Die faschistische Politik Europas ist bis nach Afrika vorgedrungen und lässt die Macht der weißen Kolonialherrschaften über das schwarze afrikanische Volk in einem anderen Licht erstrahlen. Während sich Theos Schwester Maud für die Einheimischen stark macht lässt sich Freddie für die faschistische Politik einspannen.

Kat Gordon hat mit „Kenia Valley“ nicht nur einen unterhaltsamen historischen Roman erschaffen, sondern sie regt mit dem Porträt der damaligen Gesellschaft zum nachdenken an.

Fazit

Verführerisch und exotisch zugleich: Eine fesselnde Zeitreise in die 20er und 30er Jahre des kolonialisierten Afrikas.

Quelle: http://www.bellaswonderworld.de/rezensionen/rezension-kenia-valley-von-kat-gordon

Rezension | Tod in Connecticut von Wilson Collison

Tod in Connecticut - Wilson Collison

Beschreibung

 

New York in den 1920er Jahren.

 

Die attraktive 25-jährige Nolya Noyes hätte es mit ihrer millionenschweren Erbschaft eigentlich ganz leicht in der New Yorker High Society Fuß zu fassen. Doch ihr eilt der Ruf eines hemmungslosen Flittchens voraus, das auf jegliche moralische Grundsätze der Gesellschaft pfeift. Erst als sie sich in den bereits verheirateten Arthur Raymond verliebt gerät Nolya ins wanken. Sie möchte Arthurs Leben nicht zerstören und zieht sich deshalb aus der Liebesbeziehung zurück. Als Nolya durch einen jungen Mann auf die Neujahrsfeier der Raymonds gelangt kommt es zum Schlimmsten…

 

Meine Meinung

 

Wilson Collisons Roman „Tod in Connecticut“ spielt in den 1920er Jahren. Das englische Original „Expensive Woman“ erschien bereits 1931. Daher ist es kaum verwunderlich, dass Wilson Collison mit Sprache und Erzählstil wunderbar die Atmosphäre dieses Jahrzehnts auf die Buchseiten bannt.

 

Die Story ist eigentlich ganz simpel, die bildschöne und reiche Dame Nolya Noyes führt ein ausschweifendes Leben und gerät als sie sich plötzlich leidenschaftlich verliebt in eine verzwickte Situation. Der Mann ihres Herzens ist bereits vergeben und sein Vater ein angesehener Anwalt. Dann wäre da noch Noylas erster Geliebter, ein Künstler mit nur wenig finanziellen Mitteln, der ihr jedoch immer zur Seite steht. Zuletzt kommt noch ein junger draufgängerischer Mann hinzu der das ganze zu einer Vierecksgeschichte ausweitet und schlussendlich auch den Showdown einläutet.

 

Der gemächliche Aufbau der Geschichte hat mir ganz gut gefallen auch wenn sich die Spannung dadurch sehr in Grenzen hält. Vielmehr steht die Persönlichkeit von Nolya und ihre widerstreitenden Gefühle im Mittelpunkt. Außerdem werden die unterschiedlichen Männer in Nolyas Leben mit feinem Pinselstrich gezeichnet. Für mich ergibt sich die Faszination die dieses Werk ausmacht durchaus aus den reizenden Charakteren die zusammen eine wunderbare Dynamik erzeugen.

 

Nach dem vor sich hinplätschernden Plot tritt der Showdown unvermittelt und schonungslos wie ein scharfer Cut ein. Auf der einen Seite ist das sicherlich ein wundervolles Stilmittel um die Situation einzufangen. Mir persönlich ging es ab dieser Stelle dann doch etwas zu schnell und die erfrischende Wirkung der unvorhergesehenen Entwicklung kann leider nicht über den offenen Ausgang bezüglich Nolyas gesundheitlicher Verfassung hinwegtrösten.

 

Fazit

 

Ein geistreicher Roman der vor allem durch schöne Sprache und eindrucksvolle Dialoge besticht.

Quelle: http://www.bellaswonderworld.de/rezensionen/rezension-tod-in-connecticut-von-wilson-collison

Rezension | Im Zeichen des Einhorns von Roger Zelazny

Im Zeichen des Einhorns: Die Chroniken von Amber 3 - Roger Zelazny, Thomas Schlück

Beschreibung

Nachdem Corwin nun endlich wieder an die Regentschaft Ambers gelangt ist gerät er selbst in den Prüfstand. Als dann auch noch sein Bruder Caine unter ungeklärten Umständen ums Leben kommt, fällt der Verdacht zunächst direkt auf Corwin. Als die Geschwister zusammen kommen um den Vorfall zu besprechen muss Corwin um sein eigenes Leben bangen, denn er wird Opfer eines Attentats. Schwer verletzt findet Corwin auf der Erde nicht nur ärztliche Hilfe, sondern auch Antworten auf Fragen die sich aus seiner verschwommenen Vergangenheit ergeben.
Meine Meinung

Nahtlos reiht sich der dritte Band der Chroniken von Amber an die Ereignisse aus dem Vorgängerroman „Die Gewehre von Amber“ an. Daher war ich ganz froh, dass ich gleich nach dem zweiten Titel weiterlesen konnte!

Mit „Im Zeichen des Einhorns“ entführt Roger Zelazny den Leser immer tiefer in seine fesselnde Welt, bei der man sich nicht sicher sein kann, ob man sich nun in der „zentralen“ Welt oder ein der vielen Abbilder – also in einer Schattenwelt – befindet.

Die Situation die sich nach dem Mord an Caine ergibt erinnerte mich stark an einen Agatha Christie Film über einen Fall des Detektivs Hercule Poirot. Die Geschwister kommen in Amber zusammen um den Mörder zu entlarven, dabei spitzt sich die Angelegenheit rasant zu und endet schließlich mit einem Attentat auf Corwin. Diese kribbelnde Krimi-Atmosphäre hat mir ausgesprochen gut gefallen, da sie hervorragend Roger Zelaznys epischen Fantasystoff ergänzt.

Die zum großen Teil mit Geheimnissen und Fragen umwobenen Prinzen und Prinzessinnen von Amber bekommen in diesem Mittelband etwas mehr Platz eingeräumt, was Ihnen mehr Kontur verleiht. Obwohl der Autor somit etwas mehr Licht in das Dunkel der familiären Verstrickungen und Beziehungen fallen lässt, bleibt nach wie vor vieles offen. Vielmehr bekommt man vermittelt, dass es um einiges mehr geht als bis hierher erwartet. Immer mehr stellt man sich die Frage, ob ihr Vater Oberon noch am Leben ist.

Roger Zelazny konnte mich mit „Im Zeichen des Einhorns“ durch seinen bildhaften und wirklich eindrucksvollen Erzählstil überzeugen. Die komplexe Fantasywelt von Amber hat mich wieder ein Stückchen mehr in ihren Bann gesogen und hinterlässt mit einem Cliffhanger den Wunsch direkt weiter zu lesen.

Fazit

Der bisher spannendste Band aus den Chroniken von Amber!

Quelle: http://www.bellaswonderworld.de/rezensionen/rezension-im-zeichen-des-einhorns-von-roger-zelazny

Rezension | Die Gewehre von Avalon von Roger Zelazny

Die Gewehre von Avalon: Die Chroniken von Amber 2 - Roger Zelazny, Thomas Schlück

Beschreibung

Corwin ist die Flucht aus dem Verließ Ambers gelungen und macht sich gleich daran auf der Erde eine Armee aufzustellen, um im Kampf gegen seinen verhassten Bruder Eric zu bestehen. In der Schattenwelt trifft er auch auf alte Bekannte und Freunde und er lernt die hübsche Dara kennen. Dara gibt vor die Enkelin von Corwins Bruder Benedict zu sein, doch schnell muss Corwin erkennen, dass die junge Dame eine gefährliche Gegenspielerin ist und sie ihre eigenen Pläne verfolgt. Der spannende Kampf um den Thron Ambers geht nun in die nächste Runde…
Meine Meinung

Nachdem Roger Zelazny mit „Die neun Prinzen von Amber“ einen spannenden und kurzweiligen Auftakt hinlegte, habe ich mich schon sehr auf die weiteren Abenteuer der Prinzen gefreut. Corwin ist der Gefangenschaft in dem Verließ seines Bruders Eric entkommen und schmiedet nun Pläne zur Rückeroberung des Thrones. Dieses Szenario verspricht jede Menge Unterhaltung voller Intrigen und Machtkämpfe!

Hauptprotagonist ist wie bereits im ersten Band Prinz Corwin von Amber. Nach seiner Niederlage muss er sich nun erst einmal Verbündete im Kampf gegen seinen Bruder Eric suchen. Doch wem kann er wirklich vertrauen? Die Beziehungen zu seinen anderen Geschwistern sind ziemlich verzwickt und auch etwas undurchsichtig. Da kommt es sehr gelegen, dass Corwin auf den verwundeten Ritter Lance und einen alten Freund und Gefolgsmann Ganelon trifft denen er zunächst seine wahre Identität vorenthält.

Die Wandlung von Corwin, dem einstmaligen mächtigen Herrscher über Amber hin zu dem heutigen Corwin, der seine Güte gegenüber einem verwundeten Ritter zeigt hat mir ausgesprochen gut gefallen. Außerdem gibt es jede Menge actionreiche Schlachten und diverse Verstrickungen die kaum Langeweile aufkommen lassen.

Corwin muss in „Die Gewehre von Avalon“ nicht nur seinen gewagten Schlachtplan umsetzen, sondern auch noch gegen die von ihm beschworenen übernatürlichen Kreaturen aus dem schwarzen Kreis kämpfen und er sieht sich mit einer manifestierten schwarzen Straße konfrontiert die seiner Welt und allen Schattenwelten zusammen gefährlich werden könnte.

Die phantastische Welt um Amber, die Schattenwelten und das Tarotspiel für die Kommunikation unter den Geschwistern finde ich nach wie vor sehr faszinierend. Für meinen Geschmack hätte der Autor den Blick jedoch etwas mehr hinter die Kulissen und Zusammenhänge schweifen lassen können.

Fazit

Epische Fantasy die Lust auf mehr macht!

Quelle: http://www.bellaswonderworld.de/rezensionen/rezension-die-gewehre-von-avalon-von-roger-zelazny

Rezension | Clockwork Prince von Cassandra Clare

Chroniken der Schattenjäger 02. Clockwork Prince: Chroniken der Unterwelt - Cassandra Clare

Beschreibung

Charlotte Branwell muss sich als Leiterin des Londoner Instituts der Schattenjäger unter Beweis stellen, denn ihre Fähigkeiten werden von Benedict Lightwood, der sich gerne selbst als Leiter des Instituts sehen würde, angezweifelt. Um die Leitung nicht zu verlieren muss Charlotte und ihre Freunde innerhalb zwei Wochen den Aufenthaltsort des geheimnisumwobenen Magisters aufdecken.

Meine Meinung

Nach „Clockwork Angel“ ist „Clockwork Prince“ der zweite Band aus Cassandra Clares Spin-Off Trilogie „Chroniken der Schattenjäger“. Die Ereignisse knüpfen direkt an die Geschichte des ersten Bandes an, so dass man diesen auf jeden Fall gelesen haben sollte. Vorkenntnisse aus den „Chroniken der Unterwelt“ sind jedoch nicht notwendig.

Das Cover setzt das wundervolle Steampunk Design fort, lediglich einige Details wie Farbe, Silhouette und Ausschnitt eines Londoner Bauwerks haben sich geändert. Dieses Mal sehen wir durch das Bullauge die Towerbridge und eine männliche Silhouette die wahrscheinlich Will oder Jem darstellen soll. Das Ganze passt perfekt zur Geschichte und ist ein schöner Blickfang im Buchregal.

Ich liebe Cassandra Clares bildhaften Schreibstil und habe vor allem Gefallen am Setting des viktorianischen Londons gefallen gefunden. Leider kam diese wundervolle Atmosphäre nicht ganz zu gut zum tragen wie im Vorgängerband „Clockwork Angel“. Der Plot ist wieder einmal mit überraschenden Wendungen gespickt und konnte mich trotz ein paar langatmiger Abschnitte, in denen die Handlung nicht voranzukommen scheint, bei Laune halten. Vor allem zum Ende hin läutet Cassandra Clare einen atemberaubenden Showdown ein der so einige Fragen aufwirft und die Neugierde auf den Abschlussband „Clockwork Princess“ anheizt.

Als Komplettpaket hat mich „Clockwork Prince“ auf jeden Fall begeistern können, man erfährt etwas über die Hintergründe von Wills Vergangenheit, lernt Jem näher kennen und trifft auf alte Bekannte wie z. B. Magnus Bane. Leider hat Cassandra Clare zu der typischen Dreiecksgeschichte gegriffen, die man mittlerweile in fast jedem Jugend-Fantasyroman vorfindet. Diese empfand ich als abgedroschen und in meinen Augen hat sie dem Plot mehr geschadet als voran gebracht. Ich hätte mir wirklich gewünscht, dass sich die Beziehung zwischen Tessa, Will und Jem etwas anders entwickelt und evt. auch etwas mehr über die Klockwerk-Kreaturen verraten wird. Aufgrund dieser kleinen Kritikpunkte vergebe ich 4 von 5 Grinsekatzen.

Fazit

Ein packender und solider Mittelteil der „Chroniken der Schattenjäger“ dem etwas weniger Liebesdrama gut zu Gesicht gestanden hätte.

Quelle: http://www.bellaswonderworld.de/rezensionen/rezension-clockwork-prince-von-cassandra-clare

Rezension | Das Glück des Zauberers von Sten Nadolny

Das Glück des Zauberers: Roman - Sten Nadolny

Meine Meinung

 

In seinem Roman „Das Glück des Zauberers“ lässt Sten Nadolny die Grenze zwischen Realität und Fantasie verschwimmen. Der alte Zauberer Pharoc kann es kaum glauben, seine Enkelin Mathilda hat ein langes Ärmchen gemacht und ist somit die Erste in seiner Familie, die außer ihm und seiner lange verstorbenen Frau magische Fähigkeiten vererbt bekommen hat. Voller Vorfreude beginnt er Briefe an seine Enkelin zu schreiben, die sie mit dem 18. Lebensjahr erhalten soll und die ihr dann eine Stütze in allen möglichen Lebenslagen bieten.

 

Pharoc erzählt in den einzelnen Briefen chronologisch von den verschiedenen Fähigkeiten die ein Zauberer bzw. eine Hexe im Laufe des Lebens erreichen kann. Sehr gelungen fand ich, dass aber auch historische Ereignisse wie z. B. die Nachkriegszeit nach dem ersten Weltkrieg, die glorreichen 20er Jahre und den zweiten Weltkrieg mit einfließen. Außerdem wurde fantasievoll und mit einem Augenzwinkern eingewoben, wie magischen Fähigkeiten in ganz alltäglichen Dingen wie auch in außergewöhnlichen Situationen helfen und auch schon mal das Leben retten können.

 

Die nötige Würze und Spannung kommt durch Pharocs Jugendfreund Schneidebein, der ebenso magisch begabt ist, ins Spiel. Nachdem Pharoc sich in Schneidebeins Flamme Emma verliebt hat und diese auch für sich gewinnen konnte, entbrennt eine tiefgehende Feindschaft zwischen den ehemaligen Freunden. Immer wieder werden Pharoc von Schneidebein Steine in den Weg gelegt und als dieser auch noch zu einem wichtigen Funktionär bei den Nationalsozialisten wird, setzt Pharoc alles daran seine Familie zu schützen.

 

Die fesselnde und äußerst bildliche Sprache von Stan Nadolny macht die Lebensgeschichte des Zauberers Pharoc zu einem tollen Leseerlebnis. Schon nach einigen Kapiteln konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen, weil mir die authentisch gezeichneten Protagonisten schnell ans Herz gewachsen sind.

 

Fazit

 

Ein magisches Leseerlebnis voller philosophischer Ansätze und einem kritischen Blick auf die Gesellschaft im Wandel der Zeit.

Quelle: http://www.bellaswonderworld.de/rezensionen/sonstige-belletristik-nach-genre/rezension-das-glueck-des-zauberers-von-sten-nadolny

Rezension | Fayra - Das Herz der Phönixtochter von Nina Blazon

FAYRA - Das Herz der Phönixtochter - Nina Blazon, Gerda Raidt

Beschreibung

Das neue Zuhause der 12-jährigen Anna-Fee ist ein wahrer Prachtbau, nämlich ein richtiges Herrenhaus mit einem märchenhaften Garten und das Anwesen selbst steckt voller Geheimnisse. Während einer stürmischen Nacht erlebt Anna-Fee etwas unglaubliches das nur einem Traum entsprungen sein kann. Doch kurz darauf trifft sie auf das mysteriöse Mädchen Fayra die von Jägern aus einer Parallelwelt hervorgelockt wurde und es stellt sich heraus, dass Anna-Fees Träume wahr sind.

Die Jäger haben es auf das Herz der Phönixtochter Fayra abgesehen und die Zeit für eine Rückkehr wird immer knapper, denn Fayras Kräfte schwinden zusehend in Anna-Fees Welt. Zusammen mit ihrer besten Freundin Nelly versucht Anna-Fee Zugang zu der Parallelwelt zu finden um dem magischen Mädchen zu helfen.

Meine Meinung

Nina Blazon konnte mich durch ihren bild- und lebhaften Schreibstil schon mit ihren Jugendromanen in wundervolle Welten voller Magie und zauberhafter Kreaturen entführen und mich restlos begeistern. Deshalb war ich nun sehr gespannt auf ihren aktuellen Roman “Fayra – Das Herz der Phönixtochter” den Sie für Kinder ab 10 Jahren verfasst hat und darauf, ob dieser mich genauso zu überzeugen vermag wie ihre Jugendliteratur.

Das minimalistisch gehaltene Cover in herbstlichen Farben hat mich auf den ersten Blick angesprochen. Vor allem die glänzenden Federn in den leuchtend organgen Farben sind ein toller Blickfang und bilden einen schönen Kontrast zu dem gedeckten Grün des Hintergrunds! Außerdem passen die abgebildeten Federn wunderbar zu dem magischen Phönixmädchen Fayra.

Obwohl die Geschichte von der zwölfjährigen Anna-Fee an ein merkbar jüngeres Zielpublikum gerichtet ist, hat Nina Blazon ein gelungenes Gebilde aus leicht verständlicher und dennoch fesselnder sowie überraschender Handlung gesponnen, das auch für Erwachsene das Tor zu einer fantasievollen Welt aufstößt. Das Setting des Altenglischen Herrenhauses wird durch die schwarz/weiß Illustrationen von Gerda Raidt unterstrichen so das man sich den Ort der Ereignisse noch besser vorstellen kann.
Im Mittelpunkt der Handlung steht das junge und äußerst ängstliche Mädchen Anna-Fee die gerade durch ihre Schwächen das Herz des Lesers im Sturm erobert. Bis zum Ende der Geschichte durchlebt sie allerdings eine regelrechte Wandlung von der Raupe zum Schmetterling. Eine passende Dynamik ergibt sich durch ihre beste Freundin Nelly die eine wahre Abenteurerin ist und mit ihrem Tatendrang Anna-Fee aus ihrem Schneckenhaus herauslockt. Über die Phönixtochter Fayra erfährt man leider nicht so viel, denn die Geschichte wird aus Anna-Fees Perspektive erzählt und diese muss zuerst herausfinden was es mit der magischen Parallelwelt auf sich hat und wem sie überhaupt vertrauen kann. Sehr gut gefallen haben mir auch die fein gezeichneten Nebenrollen, angefangen bei Anna-Fees Eltern über den garstigen Hausmeister bis hin zum Mopsgoblin.

Auch wenn dies für ein Kinderbuch wohl zu weit gegriffen ist, hätte es mir ausgesprochen gut gefallen auch ein paar Kapitel aus Sicht der Phönixtochter zu lesen um etwas mehr über sie zu erfahren und sie somit auch besser verstehen zu können. So bleibt die Figur, deren Titel das Buch trägt, leider etwas blass im Gegensatz zu den agierenden Protagonisten.

“Fayra – Das Herz der Phönixtochter” konnte mich leider nicht vollkommen überzeugen und dennoch möchte ich das Buch sehr gerne weiterempfehlen da nicht nur die phantasievolle Geschichte zu beeindrucken vermag, sondern auch eine starke Botschaft über das Band der Freundschaft vermittelt wird.

Fazit

Eine schöne Fantasygeschichte die nicht nur junge Leser zum träumen einlädt.

Quelle: http://www.bellaswonderworld.de/rezensionen/rezension-fayra-das-herz-der-phoenixtochter-von-nina-blazon

Rezension | Niemand verschwindet einfach so von Catherine Lacey

Niemand verschwindet einfach so: Roman - Catherine Lacey, Bettina Abarbanell

Beschreibung

 

Elyria ist mit ihrer Ehe und ihrem Leben nicht glücklich, kurzerhand löst sie ein One-Way-Ticket nach Neuseeland und verlässt ihren Mann ohne diesen zu informieren. In Neuseeland angekommen trampt Elyira durchs Land und versucht zu sich selbst zu finden. Dabei wird sie immer wieder von den Gedanken an ihre Adoptivschwester die Suizid beging, ihre alkoholkranke Mutter und ihre demprimierende Ehe verfolgt.

 

Meine Meinung

 

Catherine Laceys Debütroman “Niemand verschwindet einfach so” ist ein äußerst spezielles Werk das polarisiert und an dem sich die Geister scheiden werden. Die Story an sich ist nicht weltbewegend – eine junge Frau weiß nichts mehr mit ihrem Leben und vor allem ihrer Ehe anzufangen und sucht einen Weg um sich selbst zu finden.

 

Der Roman beinhaltet zwar einen Roadtrip durch Neuseeland, allerdings stehen hier weniger die Ereignisse und Bekanntschaften die dieser mit sich bringt im Vordergrund als Elyrias Gefühlswelt. In diese taucht man als Leser ganz ungeschützt hinein. Ganz ungehemmt reist einen der Strudel von Elyrias Emotionen, Ängsten und Depressionen mit sich. Durch das schriftstellerische Talent das Catherine Lacey beweist entstehen ineinanderübergehende Sätze, Seiten bis hin zu einem ganzen Buch das sich vor allem durch seine dichte, fast schon erdrückende Atmosphäre auszeichnet. An manchen Stellen hatte ich wirklich das Gefühl, dass mir die endlos drehenden Gedanken von Elyria die Luft zum atmen rauben – genau so muss es der Protagonistin Tag für Tag ergangen sein. Aus dieser Hinsicht ist Catherine Laceys Roman wirklich genial und man muss dieser Autorin einfach Respekt für die Kunst wie sie mit Wörten und Metaphern umgeht zollen.

 

Dennoch konnte mich “Niemand verschwindet einfach so” nicht vollkommen überzeugen, denn es passiert für meinen Geschmack einfach zu wenig und als Leser wird man etwas ratlos zurück gelassen. Denn das augenscheinliche, die Depressionen der Hauptprotagonistin, werden nicht beim Namen genannt. Außerdem wird keinerlei Ausweg aufgezeigt, nein ganz im Gegenteil scheint sich Elyira immer mehr in ihrem Gedankenkarusell zu verlieren ohne einen Hoffnungsschimmer auf Besserung. Bei mir hat der Roman somit vor allem negative Gefühle frei gesetzt und ich hatte wirklich bis zu letzt gehofft, dass sich Elyrias Zustand bessert oder zumindest Licht am Ende des Tunnels erscheint. Obwohl Catherine Lacey nicht meinen persönlichen Lesegeschmack getroffen hat, konnte ich mich an ihrer Kunst des Schreibens durchaus erfeuen und möchte 3 von 5 Grinsekatzen vergeben. Außerdem bin ich schon sehr gespannt, was wir noch von der Autorin zu lesen bekommen werden.

 

Fazit

 

Ein bedrückendes, fast schon erdrückendes Stück Erzählkunst das mir etwas zu ziellos daher kommt.

Quelle: http://www.bellaswonderworld.de/rezensionen/rezension-niemand-verschwindet-einfach-so-von-catherine-lacey