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Rezension | Zwei Jahre, acht Monate und achtundzwanzig Nächte von Salman Rushdie

Zwei Jahre, acht Monate und achtundzwanzig Nächte: Roman - Salman Rushdie, Sigrid Ruschmeier

 

Beschreibung

 

Die Dschinnya-Prinzessin Dunia hat sich dafür entschieden das Märchenland Peristan zu verlassen und ihr Glück auf der Erde zu suchen. Dort verliebte sie sich in den Philosophen Ibn Rushd mit dem sie viele Kinder zeugte, die sich dann über die ganze Welt verstreuten. Obwohl sich Ibn Rushd von Dunia abwandte, besuchte sie ihn nach seinem Tod und sein Geist begann zu erwachen.

 

Während Ibn Rushds Geist mit seinem schärfsten Kontrahenten, dem tiefgläubigen Ghazali im Streit liegt, beginnt auf der Erde ein Kampf zwischen den bösen Dschinn und der Menschheit. Die Existenz der ganzen Welt steht auf dem Spiel und Dunia beschließt sich im Kampf gegen die zerstörerischsten aller Dschinn auf die Seite der Menschen und die Seite ihrer Kinder zu stellen.

 

Meine Meinung

 

Der Roman „Zwei Jahre, acht Monate und achtundzwanzig Nächte“ hat mich direkt angesprochen, und da ich über den Autor Salman Rushdie bisher nur gutes gehört hatte, habe ich mich auch sehr darauf gefreut.

 

"Argumente selbst sind ja ein Werkzeug, mit dem man den Geist schärfen kann, das schärfste aller Werkzeuge, geboren aus Liebe zur Weisheit, mit anderen Worten: zur Philosophie." (Seite 29)

 

Die Geschichte über das Geschlecht der Dschinn und Dschinnya/Dschinniri (weibl.) hat mir auch ausgesprochen gut gefallen. Ebenso die Art und Weise wie Salman Rushdie diese märchenhafte Welt mit unserer realen Welt verbindet. Dazu hat er die Dschinnya-Prinzessin Dunia auserwählt, die sich in einen Philosophen verliebt, eine Liebe die viele Kinder (ja sogar ein ganzes Geschlecht) hervorbringt und sich somit über die Jahre als Duniazat über die ganze Welt verbreitet. Die Idee solch eine tiefgehende Liebe zwischen Dschinn und Menschen als Bindeglied zu verwenden fand ich sehr romantisch und passte einfach.

 

Der Einstieg in die Geschichte zu „Zwei Jahre, acht Monate und achtundzwanzig Nächte“ hat mir ausgesprochen gut gefallen. Man lernt die verschiedenen Charaktere und das Wesen der Dschinn näher kennen. Auch als sich die Geschichte immer mehr zu verzweigen beginnt und immer mehr Figuren und Schicksale eingeflochten werden, hatte ich immer noch meinen Spaß an der Story. Es wird dann auch recht schnell ein Punkt erreicht, ab dem es ganz schön wild durcheinander geht. Um den Überblick doch noch zu bewahren muss man sich wirklich gut konzentrieren.

 

Normalerweise mag ich es durch die Verknüpfung zahlreicher Handlungsstränge eine komplexe Einsicht in die Geschichte zu erhalten. Leider muss ich sagen, dass mich Salman Rushdie nach einer Weile verloren hat. Ich habe es vermisst einen Bezug zu den einzelnen Charakteren aufbauen zu können, denn sie bleiben farblos und ich spürte nicht die geringste Nähe zu ihnen. Wirklich sehr schade, da ich sehr gerne mit den speziellen und einzigartigen Protagonisten mitgefühlt hätte.

 

Salman Rushdies Roman lässt mich zwiegespalten zurück. Zum einen mochte ich den Aufbau und die Idee hinter der Geschichte, den Krieg zwischen der Welt des Glaubens und der Vernunft. Auch der gekonnte Mix aus orientalischem Märchen aus 1001 Nacht und Realität sowie die schöne Sprache des Schriftstellers haben mir ausgesprochen gut gefallen. Leider konnten mich jedoch die Protagonisten und deren Schicksale nicht so mitreisen wie ich es mir gewünscht hätte, und die verschiedenen Handlungsstränge wurden für meinen Geschmack etwas zu wild durchgemixt, so dass es irgendwann schwer wurde den Anschluss nicht zu verlieren.

 

Fazit

 

Phantastisches trifft auf Realität. Vernunft trifft auf Glauben. Eine sprachgewaltige Geschichte die mich leider nicht vollkommen mitreisen konnte.

Quelle: http://www.bellaswonderworld.de/rezensionen/rezension-zwei-jahre-acht-monate-und-achtundzwanzig-naechte-von-salman-rushdie

Rezension | Der Herr der Ringe von J. R. R. Tolkien

Der Herr der Ringe: illustriert - J.R.R. Tolkien, Alan Lee, Margaret Carroux

Beschreibung

 

Der Eine Ring ist der mächtigste Ring in ganz Mittelerde, von dem dunklen Herrscher Sauron erschaffen und mit seiner Macht angefüllt so dass er über alles gebieten kann. Doch der Ring ging verloren und gelangte durch den Hobbit Bilbo Beutlin ins Auenland.

 

Der geschwächte Sauron erlangt erneut Stärke und der Eine Ring muss endgültig vernichtet werden, um seine Machtergreifung und die Unterwerfung ganz Mittelerdes zu verhindern. So tritt eine Gemeinschaft bestehend aus den vier Hobbits Frodo, Sam, Merry und Pippin, den zwei Menschen Aragorn und Boromir, dem Zwerg Gimli, dem Elben Legolas und dem Zauberer Gandalf die gefährliche Aufgabe an Saurons Aufmerksamkeit umzulenken um den Einen Ring in den Feuern des Schicksalbergs zu vernichten.

 

Meine Meinung

 

Der High-Fantasy Roman „Der Herr der Ringe“ von J. R. R. Tolkien ist ein prächtiger Klassiker seines Genres. Durch die berühmte Verfilmung von Peter Jackson, gibt es heute so gut wie Keinen der die Geschichte über den Einen Ring und die Geschöpfe Mittelerdes noch nicht kennt.

 

»Hobbits sind doch wirklich erstaunliche Geschöpfe, wie ich schon früher gesagt habe. In einem Monat kann man alles Wissenswerte über sie lernen, und doch können sie einen nach hundert Jahren, wenn man in Not ist, noch überraschen.« (Seite 83)

Ich mag einfach alles an J. R. R. Tolkiens Geschichte. Die Welt die Tolkien mit Mittelerde entworfen hat ist so detailreich und einzigartig – einfach faszinierend! Hinzu kommt die wundervolle Sprache Tolkiens mit der seinen Landschaften und Geschöpfen Leben einhaucht. „Der Herr der Ringe“ ist purer Lesegenuss von der ersten bis zur letzten Seite!

 

"›Es ist eine gefährliche Sache, Frodo, aus deiner Tür hinauszugehen‹, pflegte er zu sagen. ›Du betrittst die Straße, und wenn du nicht auf deine Füße aufpasst, kann man nicht wissen, wohin sie dich tragen." (Seite 95)

 

Das Buch lebt vor allem durch Tolkiens farbenprächtige und detailreiche Beschreibungen, die die Landschaft vor dem inneren Auge heraufbeschwört, aber auch von den abenteuerlichen Kämpfen die in Mittelerde entbrannt sind. Die Spannung kommt natürlich besonders gut im letzten Teil der Geschichte zum tragen. Während im Mittelteil das Augenmerk auf dem Ringträger (Frodo), Sam und Gollum liegt.

 

Die Charaktere des Romans sind wirklich einzigartig und sehr facettenreich gezeichnet. Es gibt so viele schöne Figuren im „Der Herr der Ringe“, dass es mir sehr schwer fällt einen Lieblingscharakter zu nennen. Sehr gerne mag ich z. B. den Zwerg Gimli und die schlagfertigen Dialoge zwischen ihm und dem Elben Legolas. Aber auch Aragorn, Gandalf, Baumbart und Tom Bombadil sind mir sehr ans Herz gewachsen!

 

"Seine Knie schlotterten, und er war auf sich selbst wütend. »Das ist doch unerhört!«, sagte er. »Ein Elb geht unter die Erde, und ein Zwerg wagt es nicht!«" (Seite 864)

 

Die Schmuckausgabe zu Tolkiens 125. Geburtstagsjubiläums kann zusätzlich zu den Romanen („Die Gefährten“, „Die zwei Türme“ und „Die Rückkehr des Königs“) und Anhängen mit wunderschönen, farbenprächtigen Illustrationen von Alan Lee, die sich jeweils über eine ganze Buchseite erstrecken, punkten.

 

Fazit

 

Diesen einmaligen Klassiker sollte wirklich jeder Fantasy-Fan gelesen haben!

Quelle: http://www.bellaswonderworld.de/rezensionen/rezension-der-herr-der-ringe-von-j-r-r-tolkien

Rezension | Elefant von Martin Suter

Elefant - Martin Suter

Beschreibung

 

Durch Zufall entdeckt der Obdachlose Schoch vor seinem Schlafplatz einen kleinen rosafarbenen Elefanten, den er zunächst aufgrund seiner Größe für ein Spielzeug hält. Doch schon bald stellt sich heraus, dass es sich bei dem Elefanten um ein richtiges Lebewesen in Miniaturform handelt, dass im Dunkeln sogar leuchtet.

 

Der entzückende Mini-Elefant ist das Ergebnis eines Experiments des Genforschers Roux, der sich mit seinem süßen Forschungsobjekt eine große Sensation und einen entsprechenden finanziellen Reibach verspricht. Doch Roux hat die Rechnung nicht mit dem burmesischen Elefantenpfleger Kaung und weiteren Menschen gemacht, die den kleinen Elefanten vor seinem Schicksal beschützen.

 

Meine Meinung

 

In Martin Suters neuesten Roman mit dem Titel „Elefant“ habe ich mich schockverliebt! Anders kann man es überhaupt nicht ausdrücken – die Begegnung mit dem ganz und gar entzückenden Minielefanten und den wundervollen Menschen die alles erdenkliche unternehmen, um dieses einzigartige Geschöpf vor der Sensationslust und Gier böser Menschen versuchen zu beschützen, hat einen emotionalen Tiefgang der mich sofort abholt.

 

"Er war seit der ersten Begegnung mit dem kleinen Wesen verzaubert von dessen – Anmut." (Seite 174)

 

Die näheren Informationen und Hintergründe zum Minielefanten werden erst nach und nach gelüftet, daher spannt sich ein angenehmer Spannungsbogen über die gesamte Erzählung. Von Langeweile also keine Spur! Ganz im Gegenteil – ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen und hatte den Roman in einem Rutsch verschlungen.

In einem flüssigen und nicht allzu ausladenden Stil erzählt Martin Suter eine außergewöhnliche Geschichte aus diversen Perspektiven die im Plot zwischen Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft hin- und her springen. Im Mittelpunkt steht das Ergebnis eines Genexperimentes des Forschers Roux zu den so genannten „Glowing Animals“, wobei mehr durch Zufall ein Elefant in Miniaturformat mit einer rosaroten Hautfarbe entsteht, der im Dunkeln leuchtet.

 

Man taucht zuerst in die Obdachlosenszene Zürichs ein, die man durch Schoch näher kennen lernt. Dadurch wird auch das Thema Alkoholismus und die Tierhaltung der Obdachlosenszene angeschnitten. Die Begegnung mit dem kleinen Elefanten bringt schließlich Schochs komplettes Leben durcheinander. Er möchte auf keinen Fall den putzigen Elefanten sich selbst überlassen und sucht sich Hilfe. Schnell wird allerdings klar, dass er der Elefant etwas besonderes ist und der vermeintliche Schöpfer Roux mit Nachdruck nach ihm sucht. Der Obdachlose Schoch und weitere Protagonisten des Romans können sich der Anmut des rosaroten Elefanten nicht entziehen und legen somit Roux immer wieder Steine in den Weg. Ein spannendes Katz- und Mausspiel entsteht. Der Ausgang bleibt bis zum Ende ungewiss (auch wenn man evt. so eine Ahnung über ein mögliches Ende im Kopf haben kann).

 

Die Charaktere sind zwar etwas klischeebehaftet, jedoch mochte ich sie trotzdem sehr gerne! Der Genforscher Roux hat schwer an einer vergangenen Niederlage zu knabbern und setzt seine ganze Energie in sein Projekt und die Suche nach dem rosafarbenen Elefanten. Damit ist ein wunderbarer Bösewicht geboren der ohne jegliche Moral und Menschlichkeit handelt und vor allem durch seine Machtgier glänzt. Im Gegenzug dazu gibt es mit dem Obdachlosen Schoch, der sich aus eigenem Antrieb für ein Leben auf der Straße entschieden hat, einen Protagonisten der das komplette Gegenteil verkörpert.

 

Fazit

 

Ein absolut wundervoller Roman, der perfekt eine emotionale sowie spannende Geschichte zwischen Genexperimenten und diversen Lebensgeschichten spannt. Lesevergnügen pur!

Quelle: http://www.bellaswonderworld.de/rezensionen/rezension-elefant-von-martin-suter

Rezension | Die Schöne und das Biest von Gabrielle-Suzanne Barbot de Villeneuve

Die Schöne und das Biest - Gabrielle-Suzanne Barbot de Villeneuve, Sonja Häußler

Beschreibung

 

Erfolglos tritt der verarmte Kaufmann und Vater von sechs Töchtern und sechs Söhnen seine Heimreise an, als ein Unwetter ihn zur Rast zwingt. Schutz findet er in einem geheimnisvollen Schloss in dem er auf mysteriöse Weise mit Nahrung versorgt wird. Kurz bevor er zur Weiterreise aufbricht, pflückt er eine Rose und wird von eim gar scheußlichen Biest aufgehalten. Der Kaufmann kann erst weiterziehen, nachdem er das Versprechen abgegeben hat, eine seiner Töchter zu schicken, die aus freiem Willen zu dem Biest ins Schloss zieht.

 

Die jüngste Tochter des Kaufmanns, die einfach nur „Die Schöne“ genannt wird, und sich von ihrem Vater eine Rose wünschte, nimmt diese Aufgabe völlig selbstlos an, indem sie aus freien Stücken die Schuld ihres Vaters bei dem Biest abträgt. Die Schöne rechnet fest damit vom Biest verspeist zu werden, doch auf dem Schloss erwartet sie etwas völlig anderes…

 

Meine Meinung

 

Als ich auf diese bibliophile Ausgabe des Märchenklassikers „Die Schöne und das Biest“ aufmerksam wurde, stand für mich sogleich fest, dass dieses schöne Buch unbedingt in mein Buchregal einziehen muss. Bisher kannte ich nämlich nur die diversen (Film-)Adaptionen von Disney, ARD und Co. sowie das Musical. Schon seit meiner Kindheit bin ich in die unglaublich romantische Geschichte, den Charakter von Belle, sowie in die wundervolle Musik verliebt.

 

Bei dieser Ausgabe handelt es sich allerdings um die ursprüngliche Geschichte über „Die Schöne und das Biest (bzw. das Tier)“ von der französischen Schriftstellerin Gabrielle-Suzanne Barbot de Villeneuve, die bereits Mitte des 18. Jahrhunderts veröffentlicht wurde. Schon nach wenigen Seiten wird klar, dass diese ursprüngliche Geschichte nur in den grundlegenden Dingen mit der allseits bekannten Interpretation von Disney übereinstimmt.

 

Wer hier nach den lebendigen Schlossgegenständen wie Herrn von Unruh, den Kerzenständer Lumière, Madame Pottine und ihren Sohn Tassilo Auschau hält wird nicht auf seine Kosten kommen. Bei der Originalgeschichte wird das Augenmerk viel mehr auf Tiere im Schloss sowie wundersame Einrichtungsextras gelegt. Außerdem spielen Feen und die wahre Abstammung von der Schönen im Vordergrund.

Auch wenn ich, zugegebener Maßen, zuerst etwas enttäuscht über die großen Differenzen war, konnte mich die wunderschöne Sprache und Stil der Schriftstellerin sowie die märchenhaft magische Geschichte in ihren Bann ziehen. Es bereitete mir nur umso mehr Freude, diese unbekannten Seiten der Geschichte kennen und lieben zu lernen. „Die Schöne und das Biest“ ist wirklich ein toller Märchenklassiker der auf allen Ebenen überzeugt!

 

Die wunderschönen Illustrationen und interaktiven Details der Designkünstler MinaLima machen „Die Schöne und das Biest“ zu einer ganz besonderen Buchperle die man nicht mehr aus der Hand legen möchte! Falls ihr Liebhaber schön gestalteter Bücher seid, und Geschichten nicht nur lesen sondern erleben wollt, dann solltet ihr hier definitiv zugreifen. (Psst: Eine ebenso wundervoll gestaltete Ausgabe gibt es bereits von „Peter Pan“ und „Das Dschungelbuch“ folgt im Juli!)

 

"Du hast selbst erkannt, dass es dich zärtlich liebt; und es ist weit besser, einen liebevollen Ehemann zu haben, als einen, dessen einziger Vorteil seine schöne Erscheinung ist." (Seite 91/92)

 

"Niemand anders als du hätte den Mut aufgebracht, sein Wort auf Kosten der eigenen Neigung zu halten oder sein Leben in Gefahr zu bringen, um das des eigenen Vaters zu retten. Und niemand außer dir darf hoffen, dass ihm zur Belohnung ein solches Glück beschieden wird wie das, das dir deine Tugend eingebracht hat." (Seite 114)

 

Fazit

 

Die ursprüngliche Geschichte des beliebten Märchenklassikers ist zauberhaft und urromantisch zugleich!

Quelle: http://www.bellaswonderworld.de/rezensionen/rezension-die-schoene-und-das-biest-von-gabrielle-suzanne-barbot-de-villeneuve

Rezension | Tanztee von Hendrik Groen

Tanztee: Das neue geheime Tagebuch des Hendrik Groen, 85 Jahre - Hendrik Groen, Wibke Kuhn

Beschreibung

 

Der rüstige Rentner Hendrik Groen erzählte in seinem ersten Tagebuch „Eierlikörtage“ von seinem Dasein als Rentner in einem Amsterdamer Altersheim, seinen Freunden, und wie er gemeinsam mit ihnen den Alt-aber-nicht-tot-Club (Alanito) gründete. Hendrik und Co. sind nun etwas älter geworden, strahlen aber noch immer jede Menge Lebensfreude aus und so schildert Hendrik in „Tanztee“ die neusten Ereignisse und Veränderungen aus seinem Rentneralltag, erzählt von den Unternehmungen des Alanito Clubs und lässt ganz nebenbei seine Sicht auf die Welt einfließen.

 

Meine Meinung

 

Nach dem Erfolg von Hendrik Groen’s Tagebuch „Eierlikörtage“ folgt nun mit „Tanztee“ eine weitere Veröffentlichung eines Tagebuchs aus der Feder des niederländischen Rentners. Für ein rundes Gesamtbild ist es von Vorteil den Vorgängerband gelesen zu haben, es ist allerdings nicht unbedingt erforderlich da sich die Tagebucheinträge mit gegenwärtigen Ereignissen beschäftigen und der Fokus nur selten in die Vergangenheit geschwenkt wird.

 

Mit lebhafter und (selbst)ironischer Stimme betrachtet Hendrik seinen Alltag im Altersheim, von Arztbesuchen über Tischgespräche hin zu der ungewissen Zukunft des Altersheim selbst. Innen- und Außenpolitische Ereignisse sowie das Königshaus bleiben von Hendriks treffender Beobachtungsgabe nicht verschont. Im Vordergrund steht aber die Freundschaft zu anderen Senioren in seinem Umfeld und die gemeinsamen Unternehmungen des Alt-aber-nicht-tot-Clubs der frischen Wind in das Altersheim bringt.

 

"Und obwohl mir mein Vater das wunderbare Lebensmotto »Nicht ärgern, nur wundern« mitgegeben hat, kann ich einfach nicht aus meiner Haut und ärgere mich dumm und dämlich." (Seite 367)

 

Ich mag die Erzählungen des Rentners, der nichts weniger leiden kann als Gemecker und ewige Schwarzseherei unglaublich gerne. Gerade weil Hendrik Groen seine Erlebnisse so klar, authentisch und selbstkritisch darstellt, bekommt der Roman eine gewisse Tiefe und Emotionalität der man sich nicht entziehen kann. Die Palette reicht von ulkigen und fröhlichen Begebenheiten über ganz normale Probleme älterer Senioren bis zu traurigen, aber unausweichlichen, Ereignissen. Im Anbetracht dessen, dass Hendrik und seine Freunde am Ende ihres Lebens angekommen sind, und ein Todesfall nichts seltenes sondern etwas unausweichliches darstellt, kann man Hendriks positive Lebenseinstellung nur befürworten. Realistischerweise bekommt man nicht nur das Bild des rüstigen Rentners präsentiert, sondern auch das mögliche Schicksal der Demenzerkrankung wird angerissen sowie einige kleinere Unannehmlichkeiten und Zipperlein die das Alter so mit sich bringen.

 

„Tanztee“ ist ein Roman der nicht durch eine besondere Spannung lebt, sondern durch facettenreiche Alltagssituationen aus Hendriks außergewöhnlicher Sichtweise an Reiz gewinnen.

 

Fazit

 

Eine gelungener Folgeband voller Alltagskomik, Sarkasmus und Ironie.

Quelle: http://www.bellaswonderworld.de/rezensionen/rezension-tanztee-von-hendrik-groen

Rezension | Cavaliersreise. Die Bekenntnisse eines Gentlemans von Mackenzi Lee

Cavaliersreise. Die Bekenntnisse eines Gentlemans - Mackenzi Lee, Gesine Schröder

Beschreibung

Der 18-jährige Sir Henry Montague liebt es das Leben in vollen Zügen zu genießen. Dazu gehören jede Menge Alkohol, Liebschaften und die Abenteuer mit seinem besten Freund Percy. Bevor der Ernst des Lebens beginnt, steht für Monty, seine Schwester Felicity und Percy jedoch noch eine Bildungsreise, auch Cavaliersreise genannt, an.

 

Wie könnte es anders sein? Auf der Cavaliersreise ist Monty die meiste Zeit über betrunken und tritt von einem Fettnäpfchen ins nächste. Außerdem verliert die junge Reisegesellschaft durch einen Überfall durch Wegelagerer auch noch ihren Hofmeister und jegliche Aussicht auf eine vergnügliche und bequeme Reise. Monty, Percy und Felicity stehen dafür jede Menge Abenteuer und Kämpfe bevor. Die offensichtlichen Kämpfe gegen Wegelagerer und Piraten sind dabei nicht immer die schwerwiegendsten, der Kampf gegen ihre Gefühle füreinander treiben Monty und Percy immer weiter auseinander…

 

Meine Meinung

 

Mit dem Jugendroman „Cavaliersreise. Die Bekenntnisse eines Gentlemans“ ist zum ersten Mal ein Roman der Autorin Mackenzi Lee in deutscher Sprache erschienen. In ihrem Roman behandelt die Schriftstellerin das Thema der Bildungsreise, auch „Grand Tour“ oder „Cavaliersreise“ genannt, die für die Söhne des damaligen europäischen Landadels üblich war und vor allem kulturelle Ziele in Mitteleuropa, Italien und Spanien hatte.

 

"Es hat sich nichts verändert, und doch ist nichts, wie es war." (Seite 196)

 

Ich liebe Romane in denen historische Fakten und Details mit einem fiktiven Plot zu einer lebendigen Geschichte verwoben werden. Genau dies ist Mackenzi Lee mit ihrer „Cavaliersreise“ hervorragend gelungen! Hinzu kommen zudem noch ein wahnsinnig mitreisender und erfrischender Schreibstil, der das Buch mit Witz und gelungenem Spannungsbogen zu einem richtigen Pageturner macht. Also VORSICHT, wenn du zu diesem Buch greifst solltest du genügend Zeit haben, denn einmal begonnen wirst du es nicht mehr aus der Hand legen können.

 

Besonders geschickt verleiht die Autorin ihren Figuren während des Handlungsverlaufs den nötigen Feinschliff. Ohne es richtig zu bemerken wachsen einem Monty, Percy und Felicity immer mehr ans Herz. Monty (Spitzname von Sir Henry Montague) ist zuerst ein wahrer Unsymphat mit seinem übermäßigen Alkoholgenuß und seinem fehlenden Verantwortungsbewusstsein. Doch je mehr ich über Monty laß, seine Entwicklung und Vergangenheit mit erlebte, desto mehr mochte ich ihn. Ähnlich erging es mir mit Montys Schwester Felicity, die zuerst ziemlich blass erscheint, mit fortlaufender Zeit aber immer mehr Reiz gewinnt. Sehr beeindruckend fand ich, dass Felicity ohne mit der Wimper zu zucken ihre Frau steht, und im Vergleich zu ihren männlichen Reisebegleitern um einiges reifer wirkt. Percy war für mich immer der ausgleichende Ruhepol in dieser Dreierkonstellation, der sich trotz des Päckchens das er zu tragen hat, selbst zurücknimmt.

 

Mehr Diversity kann man sich in diesem Roman kaum vorstellen. Die Autorin Mackenzi Lee hat sich wirklich sehr viel Mühe gegeben, möglichst viele Themen anzuschneiden die im 18. Jahrhundert gegen die gesellschaftlichen Gepflogenheiten verstoßen haben. Monty fühlt sich zu Frauen und Männern hingezogen und verliebt sich schließlich in seinen allerbesten Freund. Felicity ist eine starke Frau die sich von der dominierenden Männerwelt nicht unterbekommen lässt und sich gegen die damaligen Regeln Wissen auf eigene Faust aneignet, um einen Beruf ausüben zu können. Percy hat eine dunkle Hautfarbe und wird zwar von seiner Familie, bestehend aus Onkel und Tante, akzeptiert – in der Gesellschaft ist er allerdings nicht gerne gesehen. Von dem ein oder anderen wird er als Angestellter oder gar Sklave angesehen.

 

"Und so endete der Abend, der mit Poesie und Feuerwerk begann, in dem peinlichsten Schweigemarsch nach Hause, den je zwei Menschen gemeinsam absolvieren mussten." (Seite 58)

 

Für mich ist „Cavaliersreise“ eine rundum gelungener Roman der keine Wünsche offen lässt. Der Plot bietet reichlich Action mit historischen Einflüssen, aber auch die emotionale Seite wird mit einer hinreißenden Liebesgeschichte abgedeckt, die jedes Herz zum schmelzen bringt. Die liebevoll gezeichneten Charaktere runden die ganze Geschichte ab.

 

Fazit

 

Ein Roman zum mitfiebern, lachen und Tränen vergießen. Das alles vor dem mitreisenden historischen Hintergrund einer Bildungsreise im 18. Jahrhundert. Das muss man unbedingt gelesen haben!

Quelle: http://www.bellaswonderworld.de/rezensionen/rezension-cavaliersreise-die-bekenntnisse-eines-gentlemans-von-mackenzi-lee

Rezension | Jane Austen. Eine Entdeckungsreise durch ihre Welt von Holly Ivins

Jane Austen. Eine Entdeckungsreise durch ihre Welt - Holly Ivins, Sabine Roth

Beschreibung

 

Wer hat noch nie von Mr. Darcy gehört?

 

So gut wie jeder hatte schon einmal Kontakt zu Jane Austens romantischen Klassikern. Ihre berühmten Geschichten gibt es als Buch, sie sind bereits unzählige Male verfilmt worden und inspirierten andere Autoren zu ihren Werken. Die Leserinnen und Leser lieben Jane Austens Klassiker mit den prunkvollen Herrenhäusern, den rigiden gesellschaftlichen Regeln, und den vornehmen Gentleman die ihren Herzdamen in aller Form den Hof machen. Doch wie entstanden diese wundervollen Werke? Was inspirierte Jane Austen zu ihren Geschichten? Wie war der Alltag in der Regency-Zeit wirklich? Genau diese Fragen und noch vieles mehr wird in dieser kleinen Austen-Bibel beantwortet.

 

Meine Meinung

 

Holly Ivins ist selbst leidenschaftliche Jane Austen Leserin und hat dieses Jahr einen kleinen aber feinen literarischen Führer durch das Austen-Universum mit dem Titel „Jane Austen. Eine Entdeckungsreise durch ihre Welt“ heraus gebracht. Mit diesem Sachbuch spricht sie vor allem eingefleischte Jane Austen Fans (auch Janeites genannt) an, und gibt unentschlossenen Neulesern einen wunderbaren Schubs in die richtige Richtung.

 

"Den Neulingen in Jane Austens Welt soll es helfen, sich inmitten all der ironischen Wendungen, der Beziehungsgeflechte, der Hüte und Hauben zurechtzufinden." (Seite 9)

 

In sieben Kapiteln vermittelt Holly Ivins auf eine leicht bekömmliche Weise die wichtigsten Fakten und Daten sowie spannende Informationen zu Jane Austens Jahrhundert, Leben, Umgebung, Familie und ihren Weg als Schriftstellerin. Außerdem werden die Einflüsse und Inspirationsqullen Jane Austens näher beleuchtet und der Erfolgszug des Romans betrachtet.

 

Jeder einzelne Roman aus Jane Austens Feder wird aufgegriffen, und die wichtigsten Informationen zu Protagonisten, Plot und besondere Merkmale in Kürze dargestellt. Außerdem hat Holly Ivins ein paar Dinge zusammengefasst auf die man beim lesen der einzelnen Romane besonders achten sollte. Dieser Aspekt dürfte vor allem für zukünftige Leserinnen und Leser der Austen Romane sehr hilfreich sein.

 

Zu meinen Lieblingskapiteln gehört, wie sollte es bei einer so romantisch veranlagten Schriftstellerin auch anders sein, das Kapitel über die Liebe. Leider gibt es im Leben der berühmten Schriftstellerin nur wenig Anhaltspunkte zu ihren Liebesgeschichten, denn Jane Austen blieb bis zum Ende ihres Lebens ledig. Dafür wird das Liebesleben von Austens Protagonisten in vier verschiedene Sparten mit den passenden Titeln: „Die Heiratskandidaten“, „Die Gegenspieler“, „Die Heldinnen“ und „Die Bad Girls“ ausführlich betrachtet.

 

Zuletzt greift Holly Ivins die zahlreichen Filme zu Jane Austens Geschichten auf und bindet faszinierende Aspekte wie z. B. die Wiederverwendung einzelner Kostüme mit ein. Interessant sind auch ihre Ratschläge bezüglich was in den einzelnen Filmen besondere Beachtung verdient hat, und was man eher ignorieren sollte. Das Ganze ist sehr übersichtlich dargestellt und eignet sich somit wunderbar als Nachschlagewerk.

 

"Am Ende dieses kleinen Führers sollten Ihnen Austens Romane nicht mehr als einschüchternde Klassiker vorkommen, sondern wie alte Freunde." (Seite 10)

 

Holly Ivins versprüht zwischen den Zeilen soviel Leidenschaft und Herzblut für Jane Austens Romane, dass man sich dem einfach nicht entziehen kann. Diese feine Lektüre durch Jane Austens Welt hat bei mir große Lust geweckt, diese wunderbaren Romane nochmals zu lesen und die sprachliche Finesse Austens in vollen Zügen zu genießen!

 

Fazit

 

Das perfekte Buch um den ersten Schritt in Jane Austens Welt zu wagen. Aber auch eine tolle Lektüre für eingefleischte Janeites, die alle wichtigen Fakten und Hintergrundinfos zum nachschlagen bereit hält.

Quelle: http://www.bellaswonderworld.de/rezensionen/rezension-jane-austen-eine-entdeckungsreise-durch-ihre-welt-von-holly-ivins

Rezension | Ragdoll. Dein letzter Tag von Daniel Cole

Ragdoll - Dein letzter Tag: Thriller (Ein Daniel-Cole-Thriller, Band 1) - Daniel H Cole, Conny Lösch

Beschreibung

 

Nachdem Detective William Oliver Layton-Fawkes aus seiner Suspendierung zurück in den Dienst der Londoner Polizei kehrt, wartet ein ziemlich persönlicher Fall auf ihn. In unmittelbarer Nähe zu seiner neuen Wohnung wartet eine aus sechs Körperteilen, von sechs verschiedener Opfern, zusammen genähte „Lumpenpuppe“ auf ihn. Der Kopf der so genannten „Ragdoll“ gehört ausgerechnet zu dem Fall, der Detective Layton-Fawkes für einige Zeit seinen Job kostete und den Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik nach sich zog.

 

Kaum hat die Polizei die Ermittlung der weiteren Opfer aufgenommen, wird eine Todesliste mit sechs Namen durch Detective Layton-Fawkes Ex-Frau übermittelt. Obwohl alles daran gesetzt wird die genannten Personen vor dem Killer zu schützten, scheint der Täter immer einen Schritt voraus zu sein. Die Zeit wird knapper und der Täter nährt sich langsam dem Ende der Todesliste auf der zuletzt der Name des Detectivs selbst steht.

 

Meine Meinung

 

Daniel Coles Debüt „Ragdoll. Dein letzter Tag“ ist ein gelungener und spannungsgeladener Thriller ganz nach meinem Geschmack. Der temporeiche Handlungsverlauf kann mit überraschenden Wendungen überzeugen und die Charaktere haben Ecken und Kanten. Da ist es kaum ein Wunder, dass bereits eine Verfilmung der Geschichte geplant ist. Ich bin auf jeden Fall schon gespannt was sich Daniel Cole für seinen nächsten Thriller einfallen lässt, denn dies ist erst der Beginn zu der New Scotland Yard Reihe.

 

Das Cover ist ein richtiger Eyecatcher und die glänzenden, leicht hervorgehobenen Buchstaben schreien geradezu danach berührt zu werden. Nur leider passt die Abbildung überhaupt nicht zum Inhalt der Geschichte. Zumindest ist mir während des Lesens kein einziger schwarzer Vogel aufgefallen. Meiner Meinung nach trifft es das Cover des englischen Originals, bei dem eine Nadel, Faden und Bluttropfen zu sehen sind deutlich besser.

 

Detective William Oliver Layton-Fawkes, oder kurz „Wolf“, ist der Hauptprotagonist der Geschichte und zeichnet sich vor allem durch seine unbändigen und unkontrollierbaren Charaktereigenschaften als ein wahrer Anti-Held aus. Solche Figuren mag ich sehr gerne, denn sie heben sich deutlich vom Einheitsgrau ab und bergen ein großes Potential, für Überraschungen zu sorgen, in sich. Die Protagonisten sind zwar durch einige Klischees behaftet, wie z. B. Wolfs ehrgeizige Ex-Frau die eine Journalistenkarriere anstrebt, seine alkoholkranke Kollegin Bailey und und und. Am meisten herausgestochen hat Edmunds, der „Neue“ im Team, der durch seinen Instinkt und Arbeitseifer sich schnell einen Platz in meinem Herzen erobern konnte.

 

Bei „Ragdoll. Dein letzter Tag“ konnte mich vor allem der rasante Plot begeistern. Geschickt reiht Daniel Cole die einzelnen Szenen aneinander und sorgt durch Abwechslung von Rückblick in die Vergangenheit und Erzählung der gegenwärtigen Ereignisse für explosive Spannung. Man sollte also definitiv genügend Zeit für das Buch haben, wenn man zu lesen beginnt, denn man kann es einfach nicht mehr aus der Hand legen.

 

Fazit

 

Ein gelungenes Debüt, doch ACHTUNG, hoher Suchtfaktor inside!

Quelle: http://www.bellaswonderworld.de/rezensionen/rezension-ragdoll-dein-letzter-tag-von-daniel-cole

Rezension | Die Welt ist ein schöner Ort von Deborah Ziegler

Die Welt ist ein schöner Ort: Der Weg meiner Tochter in einen würdevollen Tod - Deborah Ziegler, Eva Kemper

Beschreibung

 

Nachdem die 29-jährige Brittany Maynard immer öfter unter starken Kopfschmerzen leidet wird sie schließlich Ende des Jahres 2013 ins Krankenhaus eingeliefert. Die Diagnose trifft Brittany und ihre Familie völlig unvorbereitet. In Ihrem Kopf wächst seit Jahren ein Hirntumor und es bleiben ihr nur noch wenige Monate zum Leben. Eins ist für Brittany schnell klar, sie wird auf keinen Fall warten bis sie der Tumor auffrisst und ihr ein qualvolles Ende bereitet. Deshalb ist sie entschlossen das medizinische Sterbehilfegesetzt in Oregon in Anspruch zu nehmen. Mit der Unterstützung ihrer Familie reist Brittany an schöne Orte der Welt und nimmt Abschied von ihren Freuden und Verwandten. Schließlich zieht sie von Kalifornien nach Oregon um nicht mal ein Jahr nach der Diagnose in Würde zu sterben.

 

Meine Meinung

 

Deborah Ziegler erzählt in ihrem autobiographischen Roman „Die Welt ist ein schöner Ort“ ihre Geschichte als Mutter und wie sich ihr Leben veränderte, nachdem bei ihrer 29-jährige Tochter Brittany ein unheilbarer Hirntumor entdeckt wurde. In ihrem Buch verarbeitet Deborah Ziegler Trauer, Wut, Angst und Hoffnung die sich im Verlauf von Brittanys Krankheit die Klinke in die Hand drücken.

 

"Brittanys Reaktion – Wut über die Diagnose und Angst vor der Zukunft – war absolut verständlich, aber ich begriff einfach nicht, warum sie direkt zur Akzeptanz übergegangen war. Was war mit den anderen Phasen der Trauer, dem Leugnen und Verhandeln?" (Seite 79)

 

Aufwühlend und berührend schildert Deborah Ziegler das schlimmste Schicksal für eine Mutter/Eltern überhaupt. Das einzige Kind an eine Krankheit zu verlieren, die wie wild um sich wütet und den sicheren Tod bedeutet. In abwechselnden Abschnitten erzählt Deborah Ziegler wie sie als Alleinerziehende Brittany groß zog, welche Entwicklungen und Stationen Brittany auf dem Weg zur Erwachsenen durchlief und wie sich ihr Leben sowie Brittanys Leben nach der Diagnose Hirntumor entwickelte und veränderte.

 

Es ist schon ein komisches Gefühl, ein Buch über eine junge Frau zu lesen die mit ihren 29 Jahren im gleichen Alter ist wie ich. Es fiel mir sehr leicht mich in die Lage von Brittany hinein zu versetzten und mir auszumalen wie schrecklich die Nachricht über einen Hirntumor ist, der schon seit Jahren wächst und gedeiht und schließlich den sicheren Tod bedeutet. Umso beeindruckender finde ich den unglaublichen Mut und die große Stärke die Brittany gegenüber Ärzten, Familie und Freunde bewiesen hat. Vollkommen klar verfolgt sie ihr Ziel eines selbstbestimmten, würdigen Todes. Dieser Weg ist alles andere als einfach, denn es bedeutet einen schweren Abschiedsprozess in Gang zu setzten und den Umzug in einen anderen Bundesstaat. Als Brittany erkrankte gab es in ihrer Heimat Kalifornien kein Sterbehilfegesetzt und so stand ein Umzug nach Oregon ganz weit oben auf ihrer Prioritätenliste.

 

"Sie brachte alle zum Schweigen, die sie mit Sentimentalität von ihrer Entscheidung zu sterben abhalten wollten; sie straffte die Schultern und entschied ganz allein, wann sie mit dem Wind unsere Welt verließ." (Seite 55)

 

Deborah Ziegler kleidet ihre Emotionen in eine wundervolle Sprache, die Mal nüchtern und berührend zugleich ist, mal mit poetischem Charme mitten ins Herz trifft. Dabei vermittelt die Autorin eindrücklich wie viel Stärke und Mut es erfordert, den Weg zu gehen, den ihre Tochter für sich und ihre Familie gewählt hat. Bei mir sorgte die mitreisende Geschichte von Brittany für eine tief sitzende Gänsehaut und Tränen sowie die Gewissheit, dass die Welt wirklich ein schöner Ort ist!

 

"Mittlerweile waren meine Tochter und ich so stark miteinander verbunden wie die Neutronen und Protonen eines Atomkerns." (Seite 92)

 

Besonders eindrucksvoll sind die ungeschönten Schilderungen von Brittanys Krampfanfällen die mit dem Fortschritt ihres Tumors immer heftiger ausfallen. Es ist wahnsinnig erschreckend was diese schlimme Krebsart mit einem noch jungen Körper, der ansonst über intakte Organe verfügt, anstellt. Außerdem lässt Deborah Ziegler noch jede Menge Hintergrundinformationen zu ihre Recherche über die Krankheit ihrer Tochter mit einfließen. Somit fällt es überhaupt nicht schwer Brittanys Entschluss nachzuvollziehen. Auch ich finde es angemessen todkranke Patienten selbst entscheiden zu lassen, ob sie lieber in Würde sterben möchten anstatt einem qualvollen und schmerzhaften Tod ins Auge zu blicken.

 

Fazit

 

Ein tiefgründiger, Mut-Mach-Roman über den bewegenden Weg einer jungen Amerikanerin in den selbstbestimmten Tod.

Quelle: http://www.bellaswonderworld.de/rezensionen/rezension-die-welt-ist-ein-schoener-ort-von-deborah-ziegler

Rezension | Licht von Anthony McCarten

Licht - Anthony McCarten, Gabriele Kempf-Allié, Manfred Allié

Beschreibung

 

Licht. Eine der bedeutendsten Errungenschaften der Menschheit, die Dank des Erfinders Thomas Alva Edison den Weg in die Straßen und Häuser der Menschen fand. Die fesselnde Geschichte auf dem Weg zur Elektrizität verbindet zwei der unterschiedlichsten Männer überhaupt: Thomas Alva Edison, der Erfinder der Glühbirne, Besitzer von zahlreichen Patenten und den reichsten Mann der Welt, J. P. Morgan, der seine Genialität an der Wall Street unter Beweis stellte. Zusammen wollen sie die Welt erleuchten. Im skrupellosen Wirtschaftskampf setzt sich der Erfinder einer Welt aus, der er nie angehören wollte und die seine Moral und Überzeugungen schwer in Mitleidenschaft zieht. Der Kampf zwischen Macht und Geld machen es Edison immer schwerer sich selbst treu zu bleiben.

 

50 Jahre nachdem Thomas Alva Edison die Glühbirne erfand, soll ihm zu Ehren eine Parade statt finden, doch an Edison haben mittlerweile die scharfen Zähne der Zeit genagt und er findet die Menschen sollten ihn nicht für seine Forschung und Erfindung im Bereich der Elektrizität ehren, denn diese hat neben dem Guten auch eine Menge Schlechtes, ja sogar den Tod hervor gebracht hat.

 

Meine Meinung

 

Aus eigenem Antrieb hätte ich mich mit großer Wahrscheinlichkeit nie so richtig mit dem Erfinder Thomas Alva Edison auseinander gesetzt, doch Anthony McCarten ist es in seinem neusten Roman „Licht“ eindeutig gelungen mein Interesse zu wecken und mir das Tor zu der spannenden Welt der großen Entdecker und Erfinder aufzustoßen.

 

"…immer die gespannte Erwartung auf das, was dieser großartige Verstand als Nächstes hervorbringen würde-, denn nur wenige waren geboren und wandelten auf Erden, um etwas Gutes aus dem Fluss ihrer Gedanken zu bergen, und nur eine Handvoll davon machte aus dem Ergebnis etwas, das von Nutzen für die Menschheit war." (Seite 335)

 

Der Schriftsteller Anthony McCarten verwebt in seinem Roman historische Fakten und Fiktion zu einer mitreisenden Lebensgeschichte über den berühmten Erfinder Thomas Alva Edison. Am Ende seines Lebens angekommen wartet Edison an einem einsamen Zuggleis und lässt sein erstaunliches Leben Revue passieren. Ohne jegliche Schulbildung ist es Edison mit Verstand, Erfindergeist und harter Arbeit gelungen Großartiges zu leisten. Seine größte Erfindung, die Glühbirne, zieht die Aufmerksamkeit des Unternehmers und Privatbankiers John Pierpont Morgan auf sich. Dieser wittert die große Chance, Geld und Ruhm mit der weltweiten Elektrifizierung zu erlangen. Trotz Edison’s Bedenken an einer Zusammenarbeit und seinen Vorbehalten gegenüber der Unternehmerbranche willigt er in die Zusammenarbeit mit J. P. Morgan ein.

 

"Gerade erst hatte er beschlossen, Geschäftsmann zu werden, und schon spürte er in seinem Inneren die Aufgewühltheit, die Nervosität des modernen Lebens." (Seite 120)

 

Atemberaumbend gut wurde die Atmosphäre die den Geist der Gesellschaft und Wirtschaft während der Industrialisierung einfängt zwischen den Zeilen untergebracht. Der Wettstreit zwischen den Teams Thomas Alva Edison/J. P. Morgan und Nikola Tesla/George Westinghouse bietet genügend Stoff für eine mitreisende und fesselnde Geschichte. Dies hat Anthony McCarten perfekt aufgegriffen und in Szene gesetzt.

 

Anthony McCarten hat einen wunderbaren Erzählstil gewählt und verleiht den einzelnen Szenen eine Dynamik und Spannung, die einen das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen lassen möchten. Ehrlich gesagt habe ich das Buch fast in einem Rutsch durchgelesen. Vor allem die Hauptprotagonisten Edison und J. P. Morgen sind fein gezeichnet, dabei sind sie so unterschiedlich wie Licht und Dunkelheit. Etwas zu kurz kam mir dabei die Persönlichkeit von Nikola Tesla, die trotz des wirtschaftlichen Wettstreits moralisch und menschlich gesehen wahre Größe bewiesen hat.

 

"»Damit, dass man die Welt verbessert, verdient man kein Geld. Nur mit ihrer Zerstörung.«" (Seite 21)

 

Fazit

 

Fiktion und Realität in perfekter Symbiose. Dieser Roman über große Erfinder und die Macht des Geldes lässt einen garantiert nicht mehr so schnell los.

 

Quelle: http://www.bellaswonderworld.de/rezensionen/rezension-licht-von-anthony-mccarten

Rezension | Barney Kettles bewegte Bilder von Kate de Goldi

Barney Kettles bewegte Bilder - Kate de Goldi, Ingo Herzke

Beschreibung

 

Der 12-jährige Barney Kettle ist ein begeisterter Filmemacher und passend zu seiner Leidenschaft ein bisschen Größenwahnsinnig. Seine jüngere und äußerst kluge Schwester Ren ist davon überzeugt, dass Barney es eines Tages zum weltberühmten Regisseur bringen wird. Sie hingegen liebt es im Hintergrund zu bleiben und all ihr organisatorisches Talent in die Kettle Productions zu stecken, dabei kann sie auch wunderbar ihre Vorliebe für Listen nutzen. Gemeinsam mit Barneys Film-Ideen machen sie die Straßen unsicher.

 

Jedoch steckt Barney zur Zeit in einer kreativen Krise. Was soll er nur nach seinem letzten Werk drehen? Die Besprechung der Geschwister scheint nichts als endlose Listen zu Tage zu fördern. Von einer Filmidee keine Spur, bis Barney und Ren bemerken das sich der Film genau in ihrer geliebten Straße, der „High Street“, unter ihren Freunden und lieben Bekannten abspielt. Die Straße, die Menschen die sie bewohnen und mit Leben erfüllen – genau das ist die Geschichte die Barney erzählen will.

 

Meine Meinung

 

Der Jugendroman „Barney Kettles bewegte Bilder“ von Kate de Goldi aus dem fantastischen Frühjahrsprogramm „Zweisamkeit“ des Königskinder Verlags hat mich molto überwältigt! Schon bei dem kunterbunt gestalteten Cover konnte ich kaum widerstehen, und dann kommt noch diese großartige Geschichte hinzu, bei der man zuerst gar nicht so recht weiß in welche Richtung es gehen wird, um schließlich von einem ebenso spannenden wie auch emotionalen Plot überrascht zu werden. Es ist gar nicht so leicht die richtigen Worte zu finden, die das Leseerlebnis treffend beschreiben. „Barney Kettles bewegte Bilder“ ist einfach anders als andere Romane. Die Geschichte ist bunt, sprüht vor Lebensfreude und ist mindestens genauso Kreativ wie Cover und Buchdeckel auf den ersten Blick versprechen.

 

„Barney Kettles bewegte Bilder“ ist nicht irgendein Jugendroman, auf diese Geschichte muss man sich mit allen Sinnen einlassen, denn nur so wird man etwas molto großartiges erleben!

 

Kate de Goldi hat vor allem bei der Erschaffung ihrer Charaktere ein Goldhändchen bewiesen. Diese strotzen trotz ihrer eigenwillig anmutenden Charakterzüge nur so vor Authentizität. Nur sehr selten finden gleich so viele Figuren aus einem einzigen Buch den Weg zu meinem Herzen. Genau diese Seltenheit durfte ich Dank Kate de Goldi’s Roman erleben. Am liebsten hätte ich mich sofort mit dem unerschütterlichen Barney, seiner klugen und zielstrebigen Schwester Ren, dem Comicladen-Besitzer, Suit, dem unveröffentlichten Dichter, ach was sag ich da nur – am liebsten hätte ich mich gleich mit der gesamten Straße angefreundet. Die Geschichte lässt förmlich den Wunsch erwachen, selbst Teil der kunterbunten „High Street“-Gemeinschaft zu sein.

 

Das man hier einen ganz besonderen Buchschatz in den Händen hält, merkt man recht schnell. Sei es durch die Verwendung außergewöhnlicher Stilmittel, bei denen die Autorin zum Beispiel besondere Orte hervorhebt oder gleich ganze Sätze durch die Aneinanderreihung von mehreren Wörtern eine ganz eigene Dynamik verpasst. Mindestens ebenso beeindruckend ist die Erzählweise selbst. Durch einen (zuerst) unbekannten Erzähler taucht man Schritt für Schritt tiefer in die traumhafte Welt von Barney Kettle ein, lernt die besonderen Ladengeschäfte und Menschen der „High Street“ kennen und lieben. Im Vordergrund der Geschichte stehen die aufregenden Dreharbeiten zu Barney’s erstem Dokumentarfilm bei der die Liebe und Begeisterung für seine Leidenschaft in jeder Zeile zu spüren ist. Als die Geschwister Barney und Ren zufällig auf ein mysteriöses Zine¹ stoßen beginnt eine spannende Schnitzeljagd nach mehr Zines und deren Herkunft.

 

Der Plot entwickelt sich langsam und unaufgeregt, was genügend Raum für eine Entdeckungstour durch die dörflich anmutende Straße bietet. Das Gefühl das da irgendwas großes unter der Oberfläche schlummert begleitete mich die ganze Zeit über – und genau deshalb konnte ich dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen! Zum Schluss möchte euch nicht zuviel verraten, aber soviel sei gesagt, es gibt eine unglaubliche Wendung die mich völlig überwältigt hat.

 

Fazit

 

Die AufregendeAlchemie dieser Geschichte hat mich voll und ganz erfasst! Ein tiefgehendes Leseerlebnis das vor lauter Kreativität überbrodelt.


¹Ein Zine ist eine Publikation bestehend aus Bildern mit oder ohne Text, die sich über acht gleichgroße Felder auf einem Blatt erstreckt und gefaltet eine Art Büchlein ergibt.

Quelle: http://www.bellaswonderworld.de/rezensionen/rezension-barney-kettles-bewegte-bilder-von-kate-de-goldi

Rezension | Des Teufels Gebetbuch von Markus Heitz

Des Teufels Gebetbuch: Roman - Markus Heitz

Beschreibung

 

Tadeus Boch lebt nach seiner Insolvenz am Existenzminimum und versucht seine Spielsucht, die ihn erst in diese missliche Situation getrieben hat, zu besiegen. Als Extrem-Kur dient ihm sein Job beim Sicherheitspersonal des Casinos in Baden-Baden. Während seiner Schicht im Casino macht er Bekanntschaft mit einem Oligarchensöhnchen das ihn kurzerhand in ein Abenteuer um ein mysteriöses Spielkartendeck aus dem 18. Jahrhundert zieht. Dabei fällt Tadeus selbst eine Karte in die Hände, die ihn fasziniert und mit ihrer machtvollen Schönheit betört.

 

Es ranken sich mysteriöse und ziemlich blutige Ereignisse um die Spielkarten. Gemeinsam mit der Ärztin Hyun Poe will Tadeus hinter das Geheimnis der Karten geraten und schon bald ist die Rede von einem Fluch des Teufels höchstpersönlich. Bisher sind die Karten noch in alle Himmelsrichtungen verstreut. Sollte das Deck jemals zusammen kommen, wird „Des Teufels Gebetbuch“ jedoch seine volle Kraft entfalten. Tadeus und Hyun versuchen dies mit allen Mitteln zu verhindern, doch Tadeus steht schon längst unter dem Bann der mächtigen Karten…

 

Meine Meinung

 

Bereits mehrere Werke des bekannten Deutschen Fantasy und Mystery-Thriller Autors Markus Heitz konnten mich begeistern. So konnte ich mich seinem neusten Werk mit dem Titel „Des Teufels Gebetbuch“ einfach nicht entziehen. Die Story über ein mysteriöses, historisches Spielkarten-Deck mit magischen Eigenschaften klingt nicht nur geheimnisvoll und spannend sondern überzeugt auch noch durch einen Handlungsstrang der den Leser in das 18. Jahrhundert (und somit in die historische Geschichte) des Kartenspiels entführt.

 

Schon seit Jahrhunderten ist die Menschheit vom Kartenspiel fasziniert, so wurden schon viele Schicksale durch das Spiel mit den hübsch bedruckten Papierkarten besiegelt, beeinflusst oder geändert und so mancher hat sich durch die Spielsucht um seine ganzen Besitztümer gebracht. Nicht umsonst verdammte die Kirche bereits im 14. Jahrhundert das Kartenspiel als „Gebetbuch des Teufels“. Markus Heitz hat sich davon zu seiner Geschichte inspirieren lassen und jede Menge Recherchearbeit rund um das Thema Kartenspiel betrieben. Außerdem hat er für seinen Roman extra ein neues und nach historischen Regeln tödliches Spiel mit dem Namen Supérieur erfunden. Die Regeln sind simpel: die höchste Karte gewinnt, wer das Pik Ass zieht, verliert nicht nur seinen Einsatz, sondern auch sein Leben.

 

Für mich wirkt Markus Heitz durch seine Worte mal wieder pure Magie! Selten hat mich ein Buch so schnell in seinen Bann gezogen wie „Des Teufels Gebetbuch“. Zum einen erlebt man die historische Entstehungsgeschichte des Kartenspiels im 18. Jahrhundert in Leipzig, erfährt ganz nebenbei wie Goethe (nach Heitz Idee) zu Faust inspiriert wurde und zum anderen verfolgt man die gegenwärtigen Auswirkungen die dieses verzauberte Kartendeck mit sich bringt. Die rasanten Sprünge zwischen den einzelnen Handlungssträngen übermitteln ein Gefühl der Atemlosigkeit, Schlag auf Schlag erlebt man brutale, blutige und magische Ereignise die von den uralten Spielkarten ausgehen. Sehr faszinierend finde ich zudem wie viele verschiedene Charaktere die Karten scheinbar spielend um den kleinen Finger wickeln. Dabei nimmt das tödliche Spiel Supérieur wichtige Dreh- und Wendepunkte in der Handlung ein.

 

Gott sei Dank gibt es noch die junge Ärztin Hyun Poe mit ihren schlummernden Mudang-Kräften und ihrem tiefgehenden Wunsch nach Rache. Rache für ihren verstorbenen Verlobten, der Opfer der Karten im Supérieur-Spiel wurde. Ohne Sie wäre Tadeus auf seiner Suche nach den anderen Spielkarten heillos überfordert. Der ehemalige Spielsüchtige der noch nicht weiß, dass er gegen eine ganz neue Sucht ankämpfen muss und die verunsicherte Koreanerin könnten unterschiedlicher nicht sein. Doch zusammen geben die beiden ein Team ab das sich perfekt ergänzt.

 

Vor dem detaillierten und tiefgründig recherchierten Hintergrund wirken die Hauptprotagonisten in meinen Augen leider etwas farblos. Die an Hyun ständig nagenden Selbszweifel fand ich zwar nachvollziehbar, wurden jedoch definitiv zu oft in den Vordergrund gerückt und dabei wurde nie aufgeklärt warum sich Hyun von einer Ausbildung zur Mudang abgewandt hat. Der Roman hat mich ansonsten begeistert zurück gelassen und bekommt daher 4,5 von 5 Grinsekatzen.

 

Fazit

 

Eine explosive Mischung aus düsterer Mystik, historischen Hintergründen und actionreicher Spannung à la Bond! In seinem neusten Thriller zieht Markus Heitz alle Register guter Unterhaltung und lässt es ordentlich krachen.

Quelle: http://www.bellaswonderworld.de/rezensionen/rezension-des-teufels-gebetbuch-von-markus-heitz

Rezension | Das Schloss in den Wolken von Lucy Maud Montgomery

Das Schloss in den Wolken - Nadine Püschel, Maud Montgomery Lucy Maud Montgomery

Beschreibung

 

Valancy Stirling kann bisher nur auf ein ereignisloses, ja man könnte es sogar langweiliges Leben zurück blicken. Leider sieht die Zukunft auch nicht besser aus, denn Valancy ist bereits 29 Jahre alt und, welch Skandal, noch immer unverheiratet!

 

Eingeschüchtert durch ihre Familie und durch die strengen Konventionen in die Ecke gedrängt, kommt Valancy die Nachricht über ihre tödliche Erkrankung einer Befreiung gleich. Befreit von ihrer bedrückenden Angst beginnt für Valancy ein neues Leben und die Suche nach dem Schloss aus ihren Träumen.

 

Meine Meinung

 

Im Rahmen von Brösels Aktion „Das Jahr der Königskinder“ (#JdKöKi) war der Klassiker „Das Schloss in den Wolken“ von Lucy Maud Montgomery der Buchtitel für den Monat März. Erst durch diese königliche Aktion bin ich überhaupt auf den hübschen Klassiker aus dem Königskinder Imprint aufmerksam geworden. Die kanadische Schriftstellerin Lucy Maud Montgomery dürfte vielen von euch bereits durch die Buch- bzw. Serien-Reihe „Anne auf Green Gables“ ein Begriff sein.

 

Bisher hatte ich noch keinen Kontakt mit den Geschichten der Autorin, obwohl mir besagte „Anne auf Green Gables“ zumindest schon zu Gehör gekommen war. So konnte ich völlig unvoreingenommen an den (Einzel-)Roman „Das Schloss in den Wolken“ heran gehen. Passend zur Entstehungszeit in den 1920er Jahren ist auch der Schreibstil etwas angestaubt oder wie man es schöner nennen kann – Vintage. Mir persönlich gefällt der Stil äußert gut, da man sich in eine vollkommen andere Zeit entrückt fühlt. Außerdem finde ich die gesellschaftlichen Sitten und Konventionen dieser Zeit sehr interessant. Vor allem die weiblichen Schriftstellerinnen aus dieser Zeit verstehen es, ihre Geschichten gekonnt mit entsprechenden Spitzen zu versehen, so auch Lucy Maud Montgomery.

 

Mit der schüchterne Valancy Stirling konnte ich mich ziemlich schnell identifizieren, da ich ihre Ängste und Sorgen bezüglich des Lebens an sich und der Zukunft im allgemeinen nur zu gut nachvollziehen kann. Am liebsten hätte ich ihr aufmunternde Worte gespendet und sie selbst aus ihrem tristen Alltag gezogen. Das war jedoch nicht nötig, denn der entscheidenden Wendepunkt tritt mit dem ärztlichen Urteil über ihre unheilbare Krankheit schneller ein als gedacht.

 

"Verzweiflung ist Freiheit – Hoffnung ist Sklaverei." (Seite 79)

 

Zu Beginn wird der Leser mit recht vielen Persönlichkeiten und den dazu gehörden Namen aus Valancys Verwandtschaftskreis überschüttet. Es dauert etwas bis man hier den Durchblick erhält, danach bereite es allerdings viel Freude immer mehr Details über die einzelnen Persönlichkeiten zu erfahren. Mit viel Liebe zum Detail hat Lucy Maud Montgomery eindrucksvolle Charakter erschaffen, die durch Ecken und Kanten bestechen.

 

Die Geschichte von Valancy lädt zum Träumen und entspannen ein. Zwischen den Zeilen steckt dann auch noch eine wahrliche Liebeserklärung an die traumhafte Landschaft Kanadas (Muskoka/Mistawis). Allerdings habe ich mir zeitweilig etwas weniger lange Beschreibungen der Wälder und Seen (die allesamt zauberhaft sind), und stattdessen mehr über die Entwicklung Valancys gewünscht. Daher vergebe ich mit einem minimalen Punktabzug 4,5 von 5 Grinsekatzen.

 

Der Abschluss des Romans bietet ein grandioses Ende, ganz im Stile von „Stolz und Vorurteil“. Ganz nach meinem Geschmack ist auch die Wandlung von Valancy, sie macht eine rasante Entwicklung vom grauen Mäußchen hin zur elfengleichen Naturschönheit. Ein passender Beweis dafür, dass wahre Schönheit von Innen kommt.

 

Über die Autorin

 

Lucy Maud Montgomery wurde 1874 auf Prince Edward Island in Kanada geboren. Nach dem frühen Tod ihrer Mutter wuchs sie bei den Großeltern auf. 1908 erschien ihr erstes Buch, „Anne auf Green Gables“. Die Reihe, die auf neun Bände anwuchs, wurde zu einem weltweiten Erfolg. L.M. Montgomery schrieb zahlreiche weitere Bücher, auch für Erwachsene, und gilt als eine der wichtigsten Autorinnen Kanadas. (Quelle: Königskinder)

 

Fazit

 

Eine ebenso gewitzte wie traumhafte Geschichte über eine junge Dame die Ihre Angst vor dem Leben über Bord wirft. Ein kleines Juwel unter den Königskindern – also unbedingt lesen!

Quelle: http://www.bellaswonderworld.de/rezensionen/rezension-das-schloss-in-den-wolken-von-lucy-maud-montgomery

Rezension | Meine Cousine Rachel von Daphne du Maurier

Meine Cousine Rachel: Roman (insel taschenbuch) - Daphne du Maurier, Brigitte Heinrich, Christel Dormagen

Beschreibung

 

Bereits früh verlor der junge Philip Ashley seine Eltern, daher wächst er bei seinem Vetter und überzeugten Junggesellen Ambrose in Cornwall auf. Die beiden Männer führen ein behagliches Landleben bei dem ihnen nichts zu Fehlen scheint, am allerwenigsten eine Frau. Ambrose Gesundheit verschlechtert sich jedoch und reißt ihn aus seinem Alltag heraus. Um wieder gesund zu werden unternimmt Ambrose Reisen in den Süden. Während seiner Abwesenheit schreibt er Briefe an Philip, aus diesen hervorgeht, dass Ambrose sich mit ihrer Cousine Rachel vermählt hat. Es treffen immer weniger Briefe ein, die Inhalte werden zunehmend verwirrend, zusammenhanglos und alarmierend – so dass Philip beschließt nach Florenz zu reisen um Ambrose aufzusuchen.

 

Als Philip vor Ort eintrifft ist Ambrose bereits tot, von der Witwe Rachel fehlt jegliche Spur. In Trauer und Wut entbrannt, voller Rachegelüste, kehrt Philip nach Cornwall zurück. Eines Tages steht Rachel, das Objekt seiner Rachegedanken, vor der Tür und sie ist so vollkommen anders als erwartet. Es dauert nicht lange bis auch Philip dieser geheimnisvollen Frau verfällt.

 

Meine Meinung

 

„Meine Cousine Rachel“ von Daphne du Maurier ist ein Klassiker des 20. Jahrhunderts, dessen Geschichte im ländlichen Cornwall (irgendwann im 19. Jahrhundert) spielt. Am 13. Juli 2017 kommt die Verfilmung des Romans in die Deutschen Kinos. Passend dazu hat der Suhrkamp Verlag den Roman in einer kompletten Neuübersetzung von Brigitte Heinrich und Christel Dormagen heraus gebracht. Bisher hatte ich die Autorin Daphne du Maurier nicht auf dem Leseradar und habe dies nun schleunigst geändert!

 

Meine treuen Leser haben sicherlich schon mitbekommen das ich zwischendurch auch mal gerne zu klassischer Literatur greife und mich in den Wogen dieser bedächtigen, umschmeichelden Sprachkünste verliere die vortrefflich gesellschaftliche Aspekte aufgreifen. Mit „Meine Cousine Rachel“ von Daphne du Maurier gelingt das zu 100 Prozent.

 

Im Mittelpunkt steht der 24-jährige Philip der seinem Vetter und Vaterersatz Ambrose unglaublich ähnelt. Beide Männer sind Einzelgänger, sehr naturverbunden und lieben ihr einfaches Leben im gemütlichen Herrenhaus in Cornwall ohne jegliche gesellschaftlichen Verpflichtungen. Auf Anhieb mochte ich diese unkomplizierten und liebevoll gestalteten Charaktere.

 

"Wir waren Träumer, alle beide, unpraktisch, scheu, den Kopf voll großartiger Theorien, die sich nie bewähren mussten, und wie alle Träumer, gingen wir schlafwandelnd durch die Welt. " (Seite 14)

 

Bereits nach wenigen Seiten hatte mich Daphne du Maurier auch mit ihrer Geschichte am Haken. Zwei überaus liebenswerte und charismatische Herren die nicht die geringste Absicht hegen jemals eine Frau in ihr Leben zu lassen, und dann kommt doch alles anders als erwartet. Das vertraute Verhältnis zwischen Philip und dem gut zwanzig Jahre älteren Ambrose wird auf die Probe gestellt. Ambrose verliebt sich in Rachel, heiratet diese schließlich, und bevor Philip ihn noch einmal zu Gesicht bekommt, verstirbt er unter mysteriösen Umständen. Alles was Philip bleibt sind verstörende Briefe von Ambrose, nagende Eifersucht und der Verdacht, dass Rachel die Schuld an der ganzen Tragödie trägt.

 

"Der so angsterfüllte, scheinbar so endlose Tag war nun vorüber, und ich hätte partout nicht sagen können, ob er sich zu meinem Vorteil oder Nachteil entwickelt hatte." (Seite 112)

 

Diese Ungewissheit zieht sich wie ein roter Faden durch den gesamten Roman und verleiht der Geschichte eine besonders geheimnisvolle Atmosphäre. Zuerst der Verdacht gegen Rachel den Philip aus Ambrose Briefen zieht, seine unglaubliche Wut gegen Rachel als er mit Ambrose Tod konfrontiert wird, und der Nährboden für eine tiefe Rache ist bereitet. Schließlich lernt Philip die junge Frau kennen, nur die Bilder die in seinem Kopf entstanden sind wollen einfach nicht mit der Person übereinstimmen die er nun kennen lernt. Rachel ist sympathisch, herzlich und packt gutmütig überall mit an. Trotz aller Zweifel und jeglicher Abneigung gegen eheliche Bindungen, beginnt Philip sich in diese undurchschaubare Frau zu verlieben.

 

"»Ich wage die freche Behauptung«, verkündete ich, »dass die Segnungen ehelichen Glücks nicht ganz das sind, was immer behauptet wird. Wenn ein Mann sich Wärme und Behaglichkeit wünscht und etwas Schönes zum Anschauen dazu, so kann ihm all das sein eigenes Haus schenken, wenn er pfleglich damit umgeht.«" (Seite 189)

 

Die Geschichte wird aus Philips Perspektive erzählt, so dass sich der Leser unweigerlich in seine Situation hineinversetzt fühlt und sich mit seinem Schicksal identifizieren kann. Zeitweise hat es mich schier wahnsinnig gemacht, die nüchternen Fakten die gegen die Unschuld von Rachel sprechen mit der liebevollen und fürsorglichen Witwe in Einklang zu bringen. Ist Rachel wirklich so berechnend, nur auf Geld und Besitz aus, ohne Rücksicht auf Verluste? Oder trifft doch eher die herzzerreißende Geschichte über tiefe Liebe und tödliche Tumorerkrankung zu? Trotz diverser alarmierender Signale, die eher für die erste Variante sprechen, scheint sich Philip geradewegs in sein Verderben zu stürzen. Am Ende bleibt nur nagende Ungewissheit…

 

„Meine Cousine Rachel“ bietet eine emotionale XXL-Karussellfahrt bei dem auch dem stärksten Gewissen schwindelig werden kann. Bei dem gemächlichen Handlungsverlauf kann es evt. dem ein oder anderen Leser etwas langweilig werden, ich für meinen Teil habe aber jede wunderschön geschriebene Zeile genossen. Einen kleinen Abzug muss ich aufgrund des offenen Endes dennoch vornehmen. Die liebe Daphne du Maurier kann uns doch nicht einfach mit dieser Gewissensfrage alleine lassen?!?!

 

Über die Autorin

 

Daphne du Maurier wurde 1907 in London geboren und entschied sich im Alter von 19 Jahren nach einer Ferienreise an die cornische Küste, diesen Ort fortan nicht mehr zu verlassen. Alle ihre Romane lässt sie in Cornwall spielen: Jamaica Inn, Das Wirtshaus im Bodmin Moor, Meine Cousine Rachel und natürlich Rebecca, 1938 erschienen und von Hitchcock verfilmt. Daphne du Maurier starb im Alter von zweiundachtzig Jahren in Kilmarth. (Quelle: Suhrkamp/Insel Verlag)

 

Fazit

 

Ein lesenswerter Klassiker voll subtiler Spannung vor dem atmosphärischen Hintergrund Cornwalls.

Quelle: http://www.bellaswonderworld.de/rezensionen/rezension-meine-cousine-rachel-von-daphne-du-maurier

Rezension | Der Hobbit von J. R. R. Tolkien

Der Hobbit: oder Hin und zurück. Mit Illustrationen von Alan Lee. (German Edition) - J.R.R. Tolkien, Wolfgang Krege, Alan Lee

Beschreibung

 

Biblo Beutlin lebt in seiner behaglichen Hobbithöhle im Auenland und verbringt sein Leben äußerst zufrieden und gemächlich, bis der Zauberer Gandalf mit einer Horde Zwerge im Schlepptau auftaucht, und den bescheidenen Hobbit zu einer abenteuerlichen Reise einlädt.

 

Trotz einiger Bedenken willigt Bilbo ein, lässt sein beschauliches Leben hinter sich und geht mit der Zwergengemeinschaft auf die Reise. Ziel der Unternehmung ist es die Heimat der Zwerge einschließlich ihrer Reichtümer von dem gefährlichen Drachen Smaug zurück zu fordern.

 

Meine Meinung

 

„Der Hobbit“ von J. R. R. Tolkien zählt wahrlich zu den Klassikern im Bereich der Fantasyliteratur. Eigentlich handelt es sich bei dem Roman um eine Geschichte für Jugendliche, doch die Erzählung über den Hobbit Bilbo Beutlin und seine Abenteuer mit den Zwergen und dem Zauberer Gandlaf begeistert durchaus auch erwachsene Leser.

Tolkien entführt den Leser in eine phantastische Welt und lässt uns an einer spannenden Reise vor märchenhafter Kulisse teil haben. Dabei lernt man nicht nur das Wesen der Hobbits besser kennen, sondern auch die einzelnen Zwerge. Man begegnet neckischen Elben, furchteinflößenden Orks, Riesenspinnen und schließlich trifft Bilbo tief in einer Höhle auf Gollum. Nach all diesen Strapazen steht nur noch die Bekanntschaft mit dem Drachen Smaug aus.

 

Ich liebe Tolkiens märchenhaften Schreibstil der so detailliert Wesen und Landschaften beschreibt, dass man das Gefühl hat tatsächlich vor Ort zu sein und gemeinsam mit den Helden der Geschichte die Abenteuer zu bestehen.

 

Diese wunderschöne Ausgabe von „Der Hobbit“ des Klett-Cotta Verlags kann zudem mit fantasievollen Illustrationen des Künstlers Alan Lee aufwarten. Seine ganzseitigen bunten Zeichnungen unterstreichen dezent einzelnen Szenen aus dem Buch. Außerdem half Alan Lee bereits dem Regisseuer Peter Jackson bei der filmischen Umsetzung der Geschichte.

 

Über den Autor

 

J. R. R. (John Ronald Reuel) Tolkien wurde am 3. Januar 1892 in Bloemfontein (Südafrika) geboren. Er wuchs in England in der Nähe von Birmingham auf. Schon als Kind interessierte sich Tolkien für Sprache und Mythen. Seine Karriere begann er schließlich im Jahr 1925, als er zum Professor für Angelsächsisch in Oxford gewählt wurde. Schon bald erlangte Tolkien großes Ansehen als einer der besten Philologen weit und breit. Als seine besondere Vorliebe galten die alten nordischen Sprachen.

Im Jahr 1937 erschien sein erstes Werk »Der Hobbit«, dass sich wider Erwarten schnell zu einem beliebten Jugendbuch etablierte. Aufgrund des großen Erfolges wurde rasch nach einer Fortsetzung verlangt, die mit »Der Herr der Ringe« in den Jahren 1954/1955 erschien. J. R. R. Tolkien prägt mit seinen Geschichten um die Ereignisse in Mittelerde die Fantasyliteratur wie kein anderer. Mit 81 Jahren verstarb der Autor nach kurzer Krankheit.

 

Fazit

 

Ein Fantasy-Klassiker der durch seine fantasievollen Gestalten und eine traumhafte Kulisse immer wieder begeistert!

Quelle: http://www.bellaswonderworld.de/rezensionen/rezension-der-hobbit-oder-hin-und-zurueck-von-j-r-r-tolkien

Rezension | Im Schatten des Granatapfelbaums von Tariq Ali

Im Schatten des Granatapfelbaums - Tariq Ali, Margarete Längsfeld

Beschreibung

 

Granada im 15. Jahrhundert.

 

Das spanische Königshaus erobert sich sein Land zurück. Infolge dessen finden Buchverbrennungen statt und die muslimischen Bürger sehen sich gezwungen zum Christentum zu konvertieren, da schon bald ein Leben als Anhänger des Islams oder als Anhänger des Judentums gefährdet ist. Mitten im Geschehen müssen die Familienmitglieder der muslimischen Huydal Familie einen Weg in die unsichere Zukunft finden.

 

Meine Meinung

 

Der historische Roman „Im Schatten des Granatapfelbaums“ von Tariq Ali spielt um das Jahr 1490 in Granada (im maurischen Spanien). Tariq Ali erzählt von der turbulenten Zeit während der Reconquista und schildert eindrücklich die Ereignisse, die sich zu dieser Zeit in einer gläubigen muslimischen Familie abspielen.

 

Während des Handlungsverlaufs lernt man die fein gezeichneten Charaktere der einzelnen Familienmitglieder kennen und lieben. Besonders den jungen Yasid und seine Schwester Hind mit ihrer weltoffenen unglaublich liebenswürdigen Art hatte ich schnell in mein Herz geschlossen.

 

Die Reconquista beschwört schrecklichen Ereignisse herauf, die für eine ordentliche Gänsehaut sorgen. Wie gebannt habe ich die weitere Entwicklung verfolgt und bin gar nicht mehr aus dem Staunen heraus gekommen. Unglaublich wie eine weltoffene Religion unterdrückt und verbannt wird, und wie stark es die Zukunft einer Familie beeinflusst, die normalerweise glücklich hätte sein müssen.

 

Besonders die Einblicke in den friedlichen islamischen Glauben und wie dieser im Alltag einer maurischen Familie praktiziert wird, fand ich äußerst interessant. Mindestens ebenso beeindruckt war ich von Yasids älterem Bruder Suhayr, der mutig seinen Weg geht und bereit ist für die Sicherheit seiner Familie (und die seines Volkes) alles aufzugeben.

 

Das einstmalige friedliche Zusammenleben von Muslimen, Christen und Juden wird zwar angeschnitten, hätte meiner Meinung nach aber noch mehr Beachtung verdient. Schlussendlich erlebt man in diesem Roman hautnah die Zerstörung eines solchen Friedens mit.

 

Über den Autor

 

Tariq Ali wurde 1943 in Lahore (damals Britisch-Indien, heute Pakistan) geboren. Als 20-Jähriger emigrierte er nach London, wo er Politik und Philosophie studierte und 1968 zum Führer und Vordenker der internationalen Studentenbewegung wurde. Heute arbeitet er als Schriftsteller, Filmemacher und Journalist. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher zur Weltgeschichte und -politik, Bühnenstücke, Drehbücher und Romane. (Quelle: Heyne Verlag)

 

Fazit

 

Ein beeindruckender Roman über den islamischen Glauben, die Zwangskonvertierung zum Christentum. Das Ganze vor der malerisch schönen Kulisse des maurischen Spaniens!

Quelle: http://www.bellaswonderworld.de/rezensionen/rezension-im-schatten-des-granatapfelbaums-von-tariq-ali