Rezension | Der Schmied von Großholzingen von J. R. R. Tolkien

Der Schmied von Großholzingen - J.R.R. Tolkien, Pauline Baynes, Karl A. Klewer, Lisa Kuppler

Beschreibung

Das Dorf Großholzingen liegt nicht weit entfernt zu dem etwas kleineren Dorf Kleinholzingen. Alle 24 Jahre wird in Großholzingen ein schönes Fest für die Kinder abgehalten, bei dem der Bäcker seine ganze Kunst zeigen muss und einen großen Kuchen backt.

Der große Kuchen ist vor allem sehr süß und verbirgt in sich allerlei kleine Gegenstände, die im Teig eingebacken sind und dem „Finder“ Glück bringen sollen. Während die meisten Kinder ein gewöhnliches Geldstück finden, verschluckt der Sohn des Schmieds etwas ganz besonderes – den Feenstern. Dieser ermöglicht es ihm in das Reich der Elben zu gelangen und Dinge zu sehen die noch kein anderer Mensch vor ihm erblickte.

Meine Meinung

Das Märchen „Der Schmied von Großholzingen“ war eines der letzten Werke Tolkiens und das letzte Buch, dass noch zu seinen Lebzeiten veröffentlicht wurde.

Die Geschichte über das Dorf Großholzingen und den darin lebenden Personen ist nicht zu vergleichen mit den anderen Märchen aus Tolkiens Feder und dennoch ein wahrer Schatz seiner Erzählkunst. Das einzige Betrübnis ist die Kürze der Erzählung. Sehr gerne hätte ich noch tiefer in die Welt der Elben eintauchen mögen.

Diese kleine bibliophile Ausgabe des Märchens ist mit den hübschen Illustrationen von Pauline Baynes ausgestattet. In der Geschichte trifft man auf die Bilder, so wie sie in der ersten Ausgabe des Märchens abgebildet sind, des weiteren wurden im „Anhang“ auch noch überarbeitete Versionen davon abgedruckt. Unter dem Titel „Der Elbstern“ findet sich das Märchen zudem in der Ausgabe „Geschichten aus dem gefährlichen Königreich“.

Zu etwas ganz besonderem wird das Büchlein durch seine interessanten Hintergrundinformationen zur Entstehungsgeschichte, die ich hier nur kurz anreißen möchte. Eigentlich wollte Tolkien eine Einleitung für das Märchen „The Golden Key“ („Der goldene Schlüssel“) von George MacDonald schreiben, doch während des Schreibvorgangs entwickelte die Geschichte um Großholzingen ein Eigenleben und Tolkien fand er müsse diese niederschreiben. Der Ansatz von Tolkiens Einleitung zu „The Golden Key“ ist hierbei komplett abgedruckt. Es wird außerdem sehr deutlich, welche Meinung Tolkien zu dem Thema Einleitungen bzw. Vorworten vertrat.

Die Herzen der hart gesottenen Tolkien-Fans werden nun noch höher schlagen, denn man kann sogar hautnah mitverfolgen wie Tolkien den Text im Laufe der Zeit überarbeitet hat. Dazu gibt es Abdrucke der Hybrid-Version des Manuskripts (zum Teil in handschriftlicher und zum Teil in einer mit der Schreibmaschine getippten Version) dem eine Transkription, alles in englischer Sprache, gegenübergestellt ist.

Über den Autor

J. R. R. (John Ronald Reuel) Tolkien wurde am 3. Januar 1892 in Bloemfontein (Südafrika) geboren. Er wuchs in England in der Nähe von Birmingham auf. Schon als Kind interessierte sich Tolkien für Sprache und Mythen. Seine Karriere begann er schließlich im Jahr 1925, als er zum Professor für Angelsächsisch in Oxford gewählt wurde. Schon bald erlangte Tolkien großes Ansehen als einer der besten Philologen weit und breit. Als seine besondere Vorliebe galten die alten nordischen Sprachen.

Im Jahr 1937 erschien sein erstes Werk »Der Hobbit«, dass sich wider Erwarten schnell zu einem beliebten Jugendbuch etablierte. Aufgrund des großen Erfolges wurde rasch nach einer Fortsetzung verlangt, die mit »Der Herr der Ringe« in den Jahren 1954/1955 erschien. J. R. R. Tolkien prägt mit seinen Geschichten um die Ereignisse in Mittelerde die Fantasyliteratur wie kein anderer. Mit 81 Jahren verstarb der Autor nach kurzer Krankheit.

Fazit

Eine wunderschöne Ausgabe die vor allem durch das Zusatzmaterial jedes Tolkien-Fanherz besticht!

Quelle: http://www.bellaswonderworld.de/rezensionen/rezension-der-schmied-von-grossholzingen-von-j-r-r-tolkien