Rezension | Ich fürchte mich nicht von Tahereh Mafi

Ich fürchte mich nicht  - Tahereh Mafi, Mara Henke

Titel: Ich fürchte mich nicht
Originaltitel: Shatter me
Reihe: Shatter me 1
Autorin: Tahereh Mafi
Übersetzerin: Mara Henke
Genre: Jugendliteratur, Dystopie
Verlag: Goldmann
ISBN-13: 978-3442313013
Format: Gebunden
Seitenanzahl: 320 Seiten
Preis: 16,99 €
Erschienen: 23 Juli 2012

 

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Beschreibung

 

Juliette ist siebzehn Jahre alt, einsam, eingesperrt und von der Außenwelt abgeschottet. Ihre Berrührung ist tödlich und jeder fürchtet sich vor ihr.

 

Warner ist Machthaber einer neuen, zerstörten, Welt und wird aufmerksam auf Juliette. Er will sie unbedingt für seine Ziele gebrauchen. Als Juliette von ihm aus ihrem Gefängnis geholt wird ist sie Rund um die Uhr der Bewachung durch Soldaten und Kameras ausgesetzt. Sie hat Angst zu dem Monster zu werden vor dem sie sich selbst fürchtet und beschließt gemeinsam mit dem einzigen Menschen zu fliehen dem sie vertraut und den sie liebt.

Meine Meinung

 

Der Debütroman "Ich fürchte mich nicht" von Tahereh Mafi ist der Auftakt zu einer weiteren dystopischen Reihe in der Jugendliteratur. Obwohl dieses Genre zur Zeit ziemlich gefragt ist und der Markt geradezu von Dystopien überschwemmt wird, wurde ich durch den ansprechenden Buchtrailer und das schöne Cover neugierig auf das Buch.

 

Tahereh Mafi's Schreibstil ist im ersten Moment zwar gewöhnungsbedürftig, überzeugt mich aber schon nach einigen Kapiteln mit seiner ganz besonderen Art Gefühle entstehen zu lassen. Vor allem durch durchgestrichene Wörter/Sätze war ich zuerst verwirrt und später doch überrascht wie eindrucksvoll die Autorin dadurch Juliettes Hass auf sich selbst und ihren Wunsch nach menschlicher Nähe ausdrückt.  Ich finde es lohnt sich auf jeden Fall weiterzulesen, denn "Ich fürchte mich nicht" ist eine ideenreiche und spannende Dystopie die mich nicht mehr losgelassen hat und durch eine poetisch anmuntende Sprache besticht.

 

Die Hauptprotagonistin Juliette ist mit ihrem siebzehn Jahren psychisch vollkommen am Ende. Abgetrennt von der Außenwelt verbringt sie ihr Leben gefangen hinter dicken Betonwänden. Als sie Adam als Zellengenossen bekommt ändert sich für sie alles.

Die Erde ist eine Scheibe.


Das weiß ich, weil ich vom Rand gestoßen wurde, und seit 17 Jahren versuche mich daran festzuhalten. Seit 17 Jahre versuche ich wieder auf die Scheibe zu klettern, aber man kann die Schwerkraft nicht bezwingen, wenn niemand einem die Hand reicht.

(Seite 31, "Ich fürchte mich nicht")

 

Ich würde mir so gern den Mund mit Regentropfen vollstopfen und meine Taschen mit Schnee füllen. Ich würde so gern die Adern eines Blattes mit den Fingern nachziehen und spüren, wie der Wind mich in die Nase zwickt.

(Seite 40, "Ich fürchte mich nicht")

 

Juliette kennt Adam von früher, als sie noch zur Schule ging und aufgrund ihrer Sonderheit ausgegrenzt und geschnitten wurde. Schon bald leben alte Gefühle hoch und als sie herausfinden muss, dasss Adam im Auftrag für des schrecklichen Machthabers Warner arbeitet ist sie verwirrt und schokiert zugleich.

 

Ich bin nicht mehr nur ein Mensch. Ich bin so viel mehr. Die Sonne und der Mond sind verschmolzen, und die Erde steht kopf.

(Seite 143, "Ich fürchte mich nicht")

 

"Ich fürchte mich nicht" entwickelt sich schon nach kurzer Zeit zu einem wahren Pageturner und es juckte mich in den Fingern so schnell wie möglich zu erfahren wie es mit Juliette und Adam weitergeht. Welche Ziele der bzw. die Machthaber des Reestablishment haben. Außerdem rätselt man oftmals zwischen Gut und Böse – eine wahrhafte Gradwanderung!

 

Am besten gefällt mir jedoch die innige Liebesgeschichte die sich zwischen Adam und Juliette entwickelt. Obwohl ich es immer noch nicht ganz nachvollziehen kann warum gerade Adam der einzige ist der Juliette anfassen kann ohne verletzt oder getötet zu werden bin ich ganz vernarrt in die Beziehung der beiden. Die entstehende Gefühlsvielfalt ist mitreisend und dennoch bleibt Platz für spannungsgeladene Action.

 

Was Atmen ist, habe ich vergessen.
Niemals
zuvor
niemals
niemals
habe ich geahnt,
wie es ist
zu fühlen.

(Seite 169, "Ich fürchte mich nicht")

 

Das Reestablishment ist ein gewalttätiges Regime mit nur wenigen Gegnern. Man erfährt zwar etwas über die Pläne des Regimes, nährer Strukturen bleiben jedoch offen und lassen dem Leser Raum für eigene Spekulationen. Ich hätte mir gewünscht das die Autorin darauf etwas mehr eingegangen wäre und man so ein genauers Bild des Reestablishment bekommen hätte.

 

Die Hauptprotagoninsten Juliette und Adam sind facettenreiche Figuren die mich vor allem in ihrer Kombination begeistern konnten. Aber auch das "Böse" in Gestalt von Warner konnte mich durchaus überzeugen und bescherte mir ab und an ein richtiges Ekelgefühl. Daneben gibt es noch einige andere interessante Figuren wie z. B. Adams Bruder und einer seiner Soldatenkumpanen.

 

© Matthew Furman
© Matthew Furman

Das Ende dieses eindrucksvollen Romans naht leider viel zu schnell und ich hoffe daher auf eine baldige Erscheinung des Fortsetzungsroman! (Im englischen erscheint im Oktober 2012 mit "Destroy Me" eine Kurzgeschichte die zwischen dem ersten und zweiten Roman angesiedel ist.)

 

Zusammengefasst ist "Ich fürchte mich nicht" eine großartige Dystopie die Furcht, Gewalt und Liebe in sich vereint. Dafür vergebe 4,5 von 5 Grinsekatzen!

 

Über die Autorin

 

Tahereh Mafi ist 24 Jahre alt und lebt in einer kleinen Stadt in Conncticut. Ihr Debüt "Shatter Me" ("Ich fürchte mich nicht") ist so erfolgreich, dass sich 20th Century Fox bereits die Filmrechte gesichert hat.

 

Information zur Reihe

 

1. 2012 Ich fürchte mich nicht 2011 Shatter Me
1.5     2012 Destroy Me (erscheint am 16.10.)
2.     2013 Unravel Me (erscheint am 05.02.)
3.     2013 Titel noch unbekannt (erscheint im Herbst)

 

Deutsche Cover

 

 

Englische Cover

 

 

Fazit

 

Ein sprachgewaltiges Debüt das nicht nur junge Fans der Dystopie begeistern wird!

Quelle: http://www.bellaswonderworld.de